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Massenpanik
Viele Tote bei Hadsch in Saudi-Arabien

Hadsch fordert in Mina 717 Menschenleben
Hadsch fordert in Mina 717 Menschenleben FOTO: ap
Riad. Im Rahmen der muslimischen Pilgerfahrt nach Mekka ist es in Saudi-Arabien zu einer Katastrophe gekommen. Bei einer Massenpanik sind mindestens 717 Menschen gestorben.

Bei einer Massenpanik sind in der Nähe von Mekka während der Pilgerfahrt Hadsch mindestens 717 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das saudi-arabische Direktorium für Zivilschutz am Donnerstag mit. Mindestens 700 weitere Pilger seien bei dem Unglück in Mina verletzt worden.

Zu der fünftägigen Pilgerreise sind auch in diesem Jahr rund zwei Millionen Menschen aus aller Welt in Mekka zusammengekommen. Die Wallfahrt hatte am Dienstag begonnen, Pilger umkreisten dabei die Kaaba, das würfelförmige Gebäude im Zentrum der Großen Moschee.

Nicht das erste Unglück

Bei den Massenveranstaltungen kommt es immer wieder zu Unfällen und Tragödien. Gerade in Mina rund fünf Kilometer vor den Toren Mekkas gab es in der Vergangenheit schon mehrfach Tote in den Menschenmassen. An dem Ort wird als Teil des Ritus während der Pilgerfahrt immer am ersten Tag des islamischen Opferfestes symbolisch der Teufel gesteinigt und damit vertrieben.

Vor knapp zwei Wochen erst stürzte ein Kran auf die Große Moschee in Mekka. Mindestens 107 Menschen starben. 1990 ereignete sich das bislang schlimmste Unglück im Zuge der Hadsch-Festlichkeiten. In einem überfüllten Fußgängertunnel zu den heiligen Stätten in Mekka kam es zu einer Massenpanik. 1426 Pilger wurden in den Tod gerissen.

Höhepunkt am Berg Arafat

Am Mittwoch begingen die Muslime den Höhepunkt der Wallfahrt am Berg Arafat, der sich rund 20 Kilometer östlich von Mekka befindet. Hunderttausende kletterten im Laufe des Tages den Berg empor und beteten Richtung der Kaaba. An diesem felsigen Ort hielt der Überlieferung nach der Prophet Mohammed vor rund 1400 Jahren seine letzte Predigt und rief Muslime zu Einheit und Gleichheit auf.

Der Islam schreibt vor, dass jeder gläubige und gesunde Muslim einmal im Leben den Hadsch mitmacht und dabei den Weg nachvollzieht, den der Prophet Mohammed einst ging. Pilger nehmen dafür nicht nur körperliche Strapazen auf sich, sondern sparen oftmals auch viele Jahre, um sich diese Reise leisten zu können. Als Anerkennung dafür werden sie anschließend mit dem von Respekt zeugenden Titel "Haschdschi" geehrt.

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam. Dazu gehören auch der Glaube an den einen Gott und den Propheten Mohammed als seinen letzten Boten, die fünf Gebete am Tag, Wohltätigkeit und das Fasten im Ramadan.

(AFP)
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