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belgien straßen glatt panorama kälte afp
  Foto: AFP, AFP
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Arktische Temperaturen: Mindestens 36 Kältetote in Europa

zuletzt aktualisiert: 20.12.2009 - 19:31

Warschau (RPO). Schneestürme und klirrende Kälte haben am Wochenende für ein Verkehrschaos in Mittel- und Nordeuropa gesorgt. Allein in Polen erfroren 29 Menschen; insgesamt kamen durch Kälte und witterungsbedingte Unfälle mindestens 36 Menschen ums Leben.

Der heftige Wintereinbruch in Europa kostete vor allem im Polen zahlreichen Menschen das Leben gekostet. Die Temperaturen sanken vielerorts auf unter minus 20 Grad Celsius. Allein an diesem Wochenende erfroren 29 Menschen. Die Polizei rief die Bürger dazu auf, sie auf Obdachlose oder Betrunkene in der klirrenden Kälte hinzuweisen, um weitere Todesfälle zu verhindern.

Wie eine polnische Polizeisprecherin am Sonntag sagte, sind in Polen insgesamt 47 Menschen infolge der Kältewelle gestorben. Bei den Opfern handelte es sich den Angaben zufolge um Obdachlose oder Menschen, die zuvor Alkohol getrunken hatten.

In Mannheim erfor am Wochenende ein Obdachloser. Wie die Mannheimer Polizei am Wochenende mitteilte, hatte der 46-Jährige am Freitagabend mit zwei weiteren Obdachlosen an stillgelegten Gleisanlagen auf dem bloßen Betonboden geschlafen. Am nächsten Morgen hätten seine zwei Bekannten ihn leblos vorgefunden. Die drei hatten den Angaben zufolge vor dem Schlafengehen mehrere alkoholische Getränke zu sich genommen. Der Mann sei vermutlich erfroren, denn er habe neben der üblichen Bekleidung nur eine Kapuzen- und eine leichte Daunenjacke getragen, erklärte die Polizei.

Wie in vielen Teilen Deutschlands fiel das Thermometer in der Nacht zum Samstag auch in Baden-Württemberg in den zweistelligen Minusbereich. Es war die bislang kälteste Nacht des Winters, vielerorts wurden Temperaturen unter minus 20 Grad gemessen. Am als Kälteloch bekannten Funtensee in Bayern sank das Quecksilber nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia sogar auf minus 33,6 Grad.

Im gesamten Bundesgebiet ereigneten sich auf schneeglatten Straßen hunderte Unfälle, vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Schleswig-Holstein kamen nach Angaben der Polizei und des NDR zwei Menschen bei Unfällen ums Leben.

Auch in Frankreich und Italien sorgte der Wintereinbruch für Chaos. Der französische Wetterdienst warnte am Sonntag in 50 Départements vor Schnee, Glatteis und Kälte. Vielerorts wurde erneut mit bis zu 15 Zentimetern Neuschnee gerechnet. Auch den Italienern machten Schnee und Überschwemmungen zu schaffen. An den Flughäfen in Florenz, Bologna, Rom und Venedig fielen etliche Flüge aus, aber auch Fähren und Züge waren auf einigen Strecken lahmgelegt.

Auf Sardinien sorgten heftige Regenfälle für einen Erdrutsch, der einen Zug entgleisen ließ. Dabei wurde der Lokführer getötet. In Venedig stieg das Wasser am Samstag um 114 Zentimeter. Etwa 14 Prozent der Hafenstadt standen unter Wasser, außerdem war sie vielerorts von einer Schneeschicht überzogen.

Quelle: AP/pst

 
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