Pakistan: Mindestens 430 Tote bei Überschwemmungen
zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 - 11:11Peschawar (RPO). Die schlimmsten Überschwemmungen seit 1929 haben in Pakistan bislang mindestens 430 Menschen das Leben gekostet. Viele weitere Menschen galten als vermisst, wie Rettungskräfte und Behörden am Samstag mitteilten. Es war daher zu befürchten, dass die Zahl der Opfer noch steigt.
Der Monsunregen hat mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen. Das Wasser überflutete Dörfer und löste Erdrutsche aus. Schlecht ausgerüstete Helfer versuchten, Menschen in abgelegenen Gegenden zu retten.
Das pakistanische Fernsehen zeigte Bilder von Menschen, die sich an Zäune und andere Gegenstände klammern, während das Wasser immer wieder über ihre Köpfe schwappt. Am schlimmsten betroffen ist der Nordwesten des Landes. In der Provinz Khyber-Pakhtoonkwa seien allein in den vergangenen drei Tagen 291 Menschen getötet worden, sagte ein Sprecher der Edhi-Stiftung, einer großen pakistanischen Wohlfahrtsorganisation. Im pakistanischen Teil Kaschmirs kamen mindestens 22 Menschen ums Leben.
In Khyber-Pakhtoonkwa sitzen laut Informationsminister Mian Iftikhar Hussain schätzungsweise 400.000 Menschen in verschiedenen Dörfern fest. Wegen des schlechten Wetters könnten die Rettungskräfte keine Hubschrauber einsetzen, ihnen stünden nur 48 Boote für die gesamte Region zur Verfügung. Im Bezirk Charsadda brach nach Angaben der Vereinten Nationen ein Damm - etwa 5.000 Häuser standen unter Wasser. Die Autobahn, die Peschawar mit der Hauptstadt Islamabad verbindet, wurde gesperrt, nachdem die Fluten Brücken und andere Verbindungen weggeschwemmt hatten.
Laut Wetterbericht können zwar einzelne Regionen hoffen, dass der Regen in den kommenden Tagen nachlässt. In anderen Gegenden könnte die Situation am Wochenende aber sogar noch schlimmer werden.
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