Doppelanschlag vor Moschee: Mindestens 99 Tote im Irak
zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 19:33Bagdad (RPO). Die blutigste Anschlagsserie im Irak seit Jahresbeginn hat am Montag mindestens 99 Menschen das Leben gekostet. Der folgenschwerste Anschlag ereignete sich vor einer Textilfabrik in der Stadt Hillah südlich von Bagdad; allein von dort meldeten Polizei und Krankenhausmitarbeiter 45 Tote und 140 Verletzte.
Vor der Fabrik explodierten zwei Autobomben. Als Anwohner und Rettungskräfte herbeieilten, um den Opfern zu helfen, sprengte sich inmitten der Menge ein Selbstmordattentäter in die Luft, wie Polizeisprecher Muthana Chalid mitteilte.
Begonnen hatte die Welle der Gewalt am Morgen in Bagdad mit einer Serie offenbar koordinierter Angriffe auf Kontrollposten von Polizei und Streitkräften. Diese wurden in den meisten Fällen von Bewaffneten aus fahrenden Autos heraus angegriffen, mindestens zehn Menschen kamen dabei ums Leben.
Acht weitere Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums bei einem Doppelanschlag in Suwajrah, 40 Kilometer südlich von Bagdad, getötet. Das Ministerium gab die Zahl der Verletzten mit 28 an, die Polizei sprach von bis zu 71 Verletzten.
Am Abend explodierten dann drei Bomben in der südlichen Hafenstadt Basra. Einer der Sprengsätze detonierte auf einem Marktplatz, dabei kamen nach Polizeiangaben 15 Menschen ums Leben. Landesweit wurden bis zum Abend insgesamt 99 Gewaltopfer und mehrere hundert Verletzte gemeldet.
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