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Kältewelle
Minus 31 Grad - Wie Russland friert

Kältewelle in Russland
Kältewelle in Russland FOTO: afp
Moskau (rpo). Eine extreme Kältewelle hat Russland fest im Griff. Seit 79 Jahren war es an einem 19. Januar nicht mehr so kalt wie in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Innerhalb von 24 Stunden sind allein in Moskau sieben Menschen erfroren.

Eine sibirische Kaltfront hat die Temperaturen in der russischen Hauptstadt Moskau am Donnerstag auf minus 31 Grad sinken lassen - der niedrigste Wert an einem 19. Januar seit 1927. Innerhalb von 24 Stunden erfroren sieben Menschen, wie der Chef der Moskauer Rettungskräfte, Igor Elkis, erklärte. Wegen geborstener Warmwasserleitungen waren in einer Ortschaft außerhalb von Moskau und in der sibirischen Region Tschita tausende Menschen ohne Strom.

Die extreme Kälte breitet sich nun auch nach Osteuropa aus. In den drei baltischen Staaten fiel die Temperatur am Donnerstag auf bis zu minus 30 Grad Celsius. In Estland gaben die Behörden Extra-Rationen Lebensmittel und Kleidung an Obdachlose aus, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums mitteilte. Den Menschen wurde erlaubt, in Bahnhofsgebäuden zu übernachten. Obdachlosenasyle, die normalerweise nur nachts geöffnet sind, stehen Schutzsuchenden nun auch tagsüber offen. Am kältesten war es im Südosten Estlands an der Grenze zu Russland, wo das Thermometer minus 30 Grad zeigte.

In Polen starben in den vergangenen neun Tagen 19 Menschen wegen der Kälte, teilte die Polizei mit. Damit stieg die Gesamtzahl der Kältetoten in diesem Winter auf 122 an, 52 der Opfer waren Obdachlose. Während die Temperatur in der Hauptstadt Warschau am Donnerstag mit minus acht Grad vergleichsweise mild war, rechneten Meteorologen für die kommenden Tage mit einem Rückgang auf minus 14 Grad. In der kommenden Woche sollten die Temperaturen sogar auf minus 20 Grad fallen.

Die eisige Kälte konnte jedoch Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirchen nicht hindern, ihren Feiertag mit einem Bad im Fluss zu feiern. Viele Gläubige ignorierten Warnungen von Ärzten und Priestern und schlugen Löcher in das dicke Eis auf den Flüssen. Dann sprangen sie in das Wasser und reinigten sich. "Hier drinnen ist es wärmer als draußen", rief ein Mann aus dem Fluss ans Ufer. "Hier sind es vier Grad, draußen minus 30 Grad."

Die Meteorologen rechneten am Freitag mit einer leichten Entspannung der Lage und wärmeren Temperaturen von minus 20 Grad. Diese könnten sich jedoch wegen des scharfen Ostwindes deutlich kälter anfühlen. Ein staatlicher Fernsehsender berichtete dagegen, die Temperaturen in Moskau könnten weiter fallen und sogar minus 42 Grad erreichen.

(ap)
 
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