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Ungewöhnliche Wahl in Simbabwe
Streit um Mr. Ugly

Simbabwe krönt einen neuen "Mr. Ugly"
Simbabwe krönt einen neuen "Mr. Ugly" FOTO: ap
Harare. Simbabwe hat einen neuen Mr. Ugly gekrönt. Doch der Sieg des überglücklichen Mison Sere wird von Szenen überschattet, die noch hässlicher sind als sein Gesicht. 

Als der Name des Siegers verkündet wird, kommt es zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten. Etliche Teilnehmer sind außer sich, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen. Gleich mehrere sind davon überzeugt, selbst am hässlichsten zu sein. Sie pöbelten die Juroren an, der von ihr ausgewählte Sieger Mison Sere sei "zu gut aussehend".

Die Wahl von Simbabwe zeigt somit vor allem eins: Über Schönheit lässt sich streiten - und über Hässlichkeit ebenso. 

Die Kritik der Verschmähten zielte vor allem auf ein Kriterium: Natürlichkeit. Die Organisatoren hatten vor dem Wettbewerb angekündigt, Behinderungen und "Weiterentwicklungen" würden nicht akzeptiert. Sie würden nach Menschen mit natürlicher Hässlichkeit suchen.

Die Hässlich-Tanz-WM FOTO: Phillip Bischoff

Genau die aber vermissten Seres Kritiker. Seine Hässlichkeit basiere nur darauf, dass er Zähne verloren habe. Die Jury erklärte dagegen, der 42-jährige Sere habe sich enorm angestrengt, "seine Hässlichkeit durch das Ziehen von Grimassen zu verstärken".

Dagegen habe sich sein Konkurrent und Titelverteidiger William Masvinu nicht genug Mühe gegeben, sagte Jurorin Abigail Mataranyika.
Er habe wohl gedacht, er sei so hässlich, dass er es nicht nötig habe, sich so anzustrengen. "Das kostete ihn die Krone", sagte die Universitätsstudentin. Sere bekam für den Titel in einem Nachtclub von Harare am Samstag 500 Dollar (470 Euro).

Der Wettbewerb wird seit 2011 alljährlich ausgetragen - mit Ausnahme von 2014, als er mangels Sponsoren ausgefallen war. Masvinu hatte den Titel 2012 und 2013 gewonnen. Dabei hatte er es relativ leicht, da deutlich weniger Konkurrenten dabei waren, 2012 nur fünf. In diesem Jahr waren aber 35 Bewerber dabei.

Die hässlichsten Souvenirs der Welt FOTO: shelfofshame.com

Masvinu erklärte nach dem Wettbewerb: "Ich bin von Natur aus hässlich. Er ist es nicht. Er ist nur hässlich, wenn er seinen Mund öffnet." Ein anderer Konkurrent, Patrick Mupereki, war genauso erbost: "Müssen wir unsere Zähne verlieren, um zu gewinnen? Das ist Betrug", rief er. Nach Verkündung der Ergebnisse kam es zu Rangeleien und Schubsen. Die Jury wurde beleidigt.

Sere nahm die Kritik nicht ernst und bezeichnete die Kritiker als schlechte Verlierer, als er das Geld annahm. "Sie sollten akzeptieren, dass ich hässlicher bin als sie. Ich hoffe, einen Fernsehvertrag zu bekommen. Ich bin schon durch Schulen gezogen und habe meine Hässlichkeit zur Schau gestellt, also ist dies nun die Chance, es auch im Fernsehen zu machen."

Organisator David Machowa hatte der Nachrichtenagentur AP erzählt, er habe den Wettbewerb ins Leben gerufen, um Hässlichkeit von ihrem Stigma zu befreien. "Das Aussehen ist von Gott gegeben. Wir sollten alle stolz darauf sein, wer wir sind."

(pst/ap)
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