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Gewaltexzess im Mittelmeer
Muslime sollen Christen von Flüchtlingsboot geworfen haben

Mittelmeer: Muslimische Flüchtlinge sollen Christen vom Boot geworfen haben
Immer wieder kommt es auf überladenen Flüchtlingsbooten im Mittelemeer zu Katastrophen. FOTO: dpa
Mailand . Muslimische Flüchtlinge sollen auf einer Passage über das Mittelmeer angeblich zwölf christliche Leidensgenossen über Bord geworfen haben.

Die italienische Polizei in Palermo nahm deshalb am Donnerstag 15 Verdächtige fest. Ihnen wird mehrfacher Mord vorgeworfen. Die Polizei erklärte, das Motiv sei gewesen, dass die Opfer "sich zum christlichen Glauben bekennen, während die Angreifer Muslime waren".

Die Polizei bezog sich nach eigenen Angaben auf Aussagen von etwa zehn Überlebenden aus Nigeria und Ghana, die am Mittwoch nach einer Rettungsaktion auf See in Palermo angekommen waren. Sie gaben an, den Zwischenfall beobachtet zu haben.

Die Zeugen berichteten der Polizei, dass sie am 14. April an der libyschen Küste ein Gummiboot mit 105 Passagieren bestiegen hätten. Während der Überfahrt hätten 15 muslimische Passagiere Migranten aus Nigeria und Ghana bedroht, weil diese Christen seien. Zwölf seien über Bord geworfen worden. Die Überlebenden retteten sich nach eigenen Angaben, indem sie sich aneinander ketteten und darum kämpften, an Bord zu bleiben.

Die Internationale Organisation für Migration befürchtete am Donnerstag eine neue Flüchtlingskatastrophe mit 41 Toten. Vier Migranten hätten das Unglück nach ihrer Ankunft im italienischen Hafen Trapani gemeldet, teilte die IOM mit Sitz in Genf mit. Insgesamt seien dort am Donnerstag 580 Flüchtlinge gelandet.

Nach Angaben der IOM entdeckte ein Helikopter die vier Flüchtlinge auf dem Meer treibend. Das italienische Marineschiff "Foscari" habe sie dann gerettet. Es handele sich um zwei Nigerianer, einen Ghanaer und eine Person aus Niger. Sie hätten Tripolis in Libyen am Samstag verlassen.

Erst am Montag waren nach Erkenntnissen von Hilfsorganisationen wahrscheinlich etwa 400 Flüchtlinge bei einer anderen Tragödie umgekommen. Ihr Boot war vor der libyschen Küste gesunken. Danach waren Rufe nach mehr Rettungskräften im Gebiet zwischen Libyen und Europa laut geworden. Von Nordafrika aus kommt derzeit eine beispiellose Flüchtlingswelle nach Europa.

(ap)
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