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Italien
Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben
Die Modedesignerin Laura Biagiotti bei einer Pressekonferenz in Rom. (Archivfoto) FOTO: dpa, mau mr nic cul
Rom. Die italienische Modeschöpferin Laura Biagiotti ist tot. Die gebürtige Römerin hatte seit Jahrzehnten die von ihr gegründeten Weltmarke geleitet. Sie starb im Alter von 73 Jahren.

Die für ihre Luxuskollektionen bekannte Designerin starb in der Nacht zu Freitag in Rom an den Folgen eines Herzstillstands, wie ihr gleichnamiges Unternehmen im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Biagiotti, die von der Zeitung "New York Times" als "Queen of Cashmere" bezeichnet wurde, war ein Aushängeschild der italienischen Modebranche.

Biagiotti begann ihre Karriere 1965 im Schneideratelier, das ihre Mutter Dalia kurz zuvor in Rom eröffnet hatte. Zuvor entwarf sie Uniformen für die Mitarbeiter der Fluggesellschaft Alitalia. In jungen Jahren arbeitete sie zunächst für die führenden römischen Modeschöpfer, bevor sie 1972 in Florenz ihre erste eigene Kollektion unter ihrem Namen "Laura Biagiotti" vorführte.

Im Laufe der Zeit gestaltete sie mehr als 70 Modekollektionen, bekannt war das von ihr gegründete Label auch für Accessoires und Parfüm. Ihre Tochter Lavinia ist inzwischen Vizechefin der Unternehmensgruppe. In ihrer italienischen Heimat war Biagiotti auch als Mäzenin bekannt. Sie finanzierte die Restaurierung zahlreicher historischer Bauten.

Gemeinsam mit anderen Designern wie Ottavio Missoni und Gianfranco Ferrè verlegte sie das Zentrum der italienischen Modeszene von Florenz nach Mailand. Biagiotti war auch eine Pionierin bei der Vermarktung italienischer Mode in Schwellenländern wie China.

Von diesen Menschen nahmen wir 2017 Abschied FOTO: rtr, AS/DEG

Mode und Kleidung hatten für Biagiotti dabei eine potenziell gesellschaftsverändernde Wirkung. In einem Interview aus dem Jahr 2015 verwies sie in diesem Zusammenhang auf ihre Beobachtungen in China zu Beginn der wirtschaftlichen Öffnung. 1988 habe sie dort begriffen, dass Frauen und Männer nach langen Jahrzehnten in Einheitskleidung Lust entwickelt hätten, mit Kleidung ihre Individualität auszudrücken, sagte sie damals.

Seit 1980 lebte und arbeitete Biagiotti in einem restaurierten Schloss aus dem 11. Jahrhundert in der Umgebung von Rom. Zunächst lebte sie dort gemeinsam mit ihrem Ehemann Gianni Cigna. Dieser starb aber bereits 1996.

(csr/dpa/AP)
 
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