Die Kleider des Papstes: Modische Trends von ganz oben
zuletzt aktualisiert: 16.04.2007 - 20:44Düsseldorf (RPO). Eine hermelin besetzte rote Fellmütze Camauro, ein Sonnenhut, der an die Ringe des Saturns erinnerndet, eine Sportjacke aus dem Hause Addidas und eine Basecap: Dies zeigt ein Blick in den Kleiderschrank von Papst Benedikt XVI. Der 80-Jährige überrascht mit modischen Trends.
Ungewissheit gibt es noch immer über die Provenienz seiner Lederschuhe, deren rotbraune Farbe in katholischer Tradition allein dem Papst vorbehalten ist. Während Johannes Paul II. auf die Handwerksdienste eines polnischen Dorfschusters zurückgriff, gibt es bei Benedikt XVI. unterschiedliche Spekulationen: Mal heißt es, der börsennotierte italienische Hersteller Geox habe das Vertrauen des Papstes, mal fiel der Name der Luxusmarke Prada. Allerdings trägt den ja der Teufel, wie Meryl Streep unlängst im Kino zeigte.
Eindeutiger war die Markenfrage während des letzten Alpenurlaubs des römischen Bayern zu beantworten. Am San Bernardino machte Benedetto in Adidas-Sportjacke und Basecap eine Bella Figura. Zum Erstaunen der ebenfalls bergwandernden Touristen. Zurück im Kirchenstaat aber liebt es das Kirchenoberhaupt doch eher klassisch - und praktisch.
Denn nachdem sich die erste Aufregung über den Auftritt von Benedikt kurz vor Weihnachten mit rotweißer Fellkappe ("Camauro") und rotem Schulterumhang ("Mozzetta") gelegt hatte, wiesen die erfahrenen Vaticanisti eilends darauf hin, dass diese lange aus der Mode gekommenen Papstkleider ja wohl auch bestens vor dem kühlen römischen Winterwetter schützten.
Denn trotz Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ließ sich Benedikt XVI. auch im Dezember seine wöchentliche Runde im offenen Papamobil über den Petersplatz nicht nehmen. Auf die einfache schwarze Baskenmütze, mit der er in seiner Zeit als Kardinal oft in Rom gesichtet wurde, konnte er im neuen Amt nicht mehr zurückgreifen.
Ganz so weit wie sein Privatsekretär Monsignore Georg Gänswein allerdings brachte es der 80-Jährige bislang nicht. Denn die rechte Hand des Papstes, gerne auch mal als "George Clooney des Vatikan" umschmeichelt, inspirierte Donatella Versace nach eigener Aussage zu klassisch strengen Entwürfen der vergangenen Saison. Sie widmete ihre an Talare gemahnenden schwarzen Anzüge einem "ethischen und spirituellen Mann, der sich von allen unnötigen Details befreit hat". "Padre Georg auf dem Laufsteg", kommentierte die italienische Presse.
Doch der Papst aus Bayern braucht sich um Publicity nicht zu sorgen. Er bleibt qua Amt eine der weltweit meistfotografierten Personen. Kein noch so kleines Detail seines Auftritts entgeht. Eine neue Sonnenbrille von Serengeti etwa oder eben der goldbestickte breitkrempige Saturno, der das Kirchenoberhaupt vor der warmen Sonne schützte. Vielleicht ja auch wieder im rasch wärmer werdenden römischen Frühling. Auf Zeichen weltlicher Macht verzichtet Benedikt XVI. indes in Auftreten und Kleidung - und darüber hinaus: Als erster Papst strich er aus seinem Wappen die Tiara, die dreifache päpstliche Krone, und ersetzte sie durch die Mitra, die schlichtere Bischofsmütze.
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