Schwerster Sturm seit 19 Jahren: Monster-Hurrikan "Dean" tobt über Yucatan
zuletzt aktualisiert: 21.08.2007 - 16:20Cancun (RPO). Hurrikan "Dean" hat das Festland erreicht. Am Dienstag fegte er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Stundenkilometern über die Küstenregion der mexikanische Halbinsel Yucatan hinweg. Meteorologen befürchten katastrophale Auswirkungen. Viele Maya-Indianer sind dem Sturm schutzlos ausgeliefert.
Der schwerste Hurrikan seit 19 Jahren hat in Mexiko jedoch offenbar weniger Schäden verursacht als befürchtet. Mit 270 Kilometern in der Stunde traf der Wirbelsturm "Dean" am Dienstag auf Yucatán, schwächte sich über Land aber schnell ab. Die Ferienzentren bei Cancún blieben weitgehend verschont. Auf mehreren Inseln in der Karibik waren zuvor zwölf Menschen ums Leben gekommen.
Auf Jamaika hat der Sturm offenbar weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Ein deutscher Entwicklungshelfer berichtete am Dienstag, dass es in der Hauptstadt Kingston zu lokalen Überschwemmungen und umgerissen Bäumen gekommen ist. Die Fluggesellschaft TUI startet ab Mittwoch wieder mit Flügen in die Urlaubsregion. Thomas Cook fliegt Jamaica ab Donnerstag an.
Erleichtert registrierten die Behörden, dass "Dean" das Festland am Morgen in einer relativ dünn besiedelten Region erreichte, bei Majahual nahe der Grenze zum kleinen Nachbarland Belize. Auf dem Weg von Jamaika und den Cayman-Inseln hatte sich die Wucht des bedrohlichen Frontensystems verstärkt, so dass der Hurrikan in der Nacht die höchste Kategorie 5 erreichte, die bei Windgeschwindigkeiten von 249 Kilometern in der Stunde beginnt.
Er ist der bisher stärkste Hurrikan des Jahres. Zuvor zog das Frontensystem über mehrere Inseln der Karibik, dabei kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Auf dem Weg von Jamaika und den Cayman-Inseln verstärkte er noch einmal seine Wucht und erreichte in der Nacht die höchste Kategorie 5, die bei 249 Kilometern in der Stunde beginnt.
Tausende von Touristen in den Ferienzentren von Yucatán ergriffen die Flucht. Die Halbinsel ist zum einen wegen der Strände bei Cancun, zum anderen wegen der präkolumbianischen Ausgrabungen in Chichén Itzá, Tulum, Palenque und Uxmal ein beliebtes Reiseziel. Die Sturmwarnung erstreckte sich über die gesamte Ostküste der Halbinsel, von Cancun im Norden bis Belize, sowie auf Teile der Westküste.
Mehr gefährdet als die Touristen in den Hotels waren aber die Maya-Indianer auf Yucatán, die in kleinen Siedlungen zumeist in Holzhütten leben. Meteorologen rechneten mit einer vier bis sechs Meter hohen Sturmflut und heftigen Regenfällen, die im Tiefland der Halbinsel zu schweren Überschwemmungen führen würden.
"Dean" bewegte sich in westnordwestlicher Richtung, das Auge des Hurrikans legte dabei etwa 30 Kilometer in der Stunde zurück. Am Dienstagabend könnte der Hurrikan die Bucht von Campeche mit ihren ausgedehnten Ölanlagen erreichen. Die staatliche Ölgesellschaft PeMex brachte bereits mehr als 18.000 Arbeiter im Sicherheit. Evakuiert wurden unter anderem die Förderanlagen im Ölfeld Cantarell. PeMex beschloss, die Produktion der Ölförderplattformen im Meer einzustellen. Der mexikanische Präsident Felipe Calderon kündigte an, dass er seinen Besuch in Kanada vorzeitig beenden will.
In Belize, südlich von Yucatán gelegen, wurden die Ferienorte Caye Caulker und Ambergris Caye evakuiert. Die Bürgermeisterin der Stadt Belize, Zenaida Moya, rief alle 50.000 Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Stadt habe nicht genug Schutzräume, um dem Hurrikan zu widerstehen. Drei Krankenhäuser in der Stadt Belize wurden geräumt und nach Belmopan gebracht - diese Stadt wurde nach dem schweren Hurrikan "Hattie" im Jahr 1961 gegründet.
Auch im US-Staat Texas wurden Vorkehrungen für eine mögliche Ankunft des Hurrikans getroffen. "Unsere Aufgabe ist sehr einfach", sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Cameron, Johnny Cavazos. "Wir müssen die Leute aus der Kill-Zone herausbekommen."
Der bislang schwerste Hurrikan in Lateinamerika war 1998 der Wirbelsturm "Mitch". Damals kamen rund 11.000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in Honduras und Nicaragua.
Deutsche Jamaica-Touristen unverletzt
Die deutschen Touristen auf Jamaika haben den Hurrikans "Dean" ohne Schäden überstanden. Wie die führenden deutschen Reisekonzerne TUI und Thomas Cook am Dienstag mitteilten, blieben auch Hotels und andere Ferieneinrichtungen weitgehend verschont. Daher wollen beide Firmen die zunächst ausgesetzten Jamaika-Flüge schon am Mittwoch wieder aufnehmen.
Dagegen bleiben die Flüge nach Cancun in Mexiko vorerst bis Freitag ausgesetzt. Laut TUI liegen die Ferienhochburgen aber nicht dort, wo der Hurrikan Mexiko treffen werde, sondern 250 Kilometer entfernt. TUI lässt daher Flüge bis Freitag ausgesetzt, Thomas Cook will am Donnerstag entscheiden, ob Fluggäste nach Mexiko gebracht werden. Die Möglichkeiten zur kostenlosen Umbuchung blieben bestehen, teilten beide Unternehmen mit. In Cancun haben beide Firmen zusammen derzeit 800 Urlauber.
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