Mindestens 99 Tote: Monsun stürzt Bombay ins Chaos
zuletzt aktualisiert: 27.07.2005 - 17:10Bombay (rpo). Die indische Finanzmetropole Bombay ist im Ausnahmezustand. Nach den heftigsten Monsun-Regenfällen, die Indien je gesehen hat, steht die Stadt völlig unter Wasser. Mindestens 99 Menschen wurden getötet, 130 gelten nach Erdrutschen als vermisst.
Mehr als 100 Menschen waren durch Überschwemmungen eingeschlossen, wie die Behörden des betroffenen Bundesstaates Maharashtra am Mittwoch mitteilten. In der Millionenstadt Bombay kam das öffentliche Leben nach 24 Stunden Dauerregen zum Erliegen.
Allein dort starben 34 Menschen. Die meisten Unfälle ereigneten sich den Behörden zufolge beim Einsturz von Wänden und Dächern in maroden Gebäuden oder in am Hang gebauten Hütten, die in dem aufgeweichten Boden einfach abrutschten. Die Meteorologen rechneten auch in den nächsten Tagen mit weiteren schweren Niederschlägen.
In Bombay, der industriellen Drehscheibe Indiens, sorgte der Monsun für schwere Überschwemmungen und legte die 15-Millionen-Stadt lahm. Das Wasser stand auf den Straßen teilweise hüfthoch. Die Behörden ordneten freie Tage für alle an und forderten die Einwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Die Schulen wurden für zwei Tage geschlossen. Auch sämtliche Banken und die Börse sollten am Donnerstag geschlossen bleiben. Der gesamte Zug-, Straßen- und Luftverkehr wurde ausgesetzt. Nach Angaben des örtlichen Wetterdienstes fielen in der Stadt innerhalb eines Tages mehr als 944 Millimeter Niederschlag - damit wurde die bisherige Rekordmarke aus dem Jahr 1910 übertroffen.
Außerhalb Bombays war der Bezirk Raighad 170 Kilometer südlich der Metropole besonders schwer von Erdrutschen und Überschwemmungen betroffen. Die schlechten Straßenbedingungen erschwerten den Rettungsteams den Zugang zu den teilweise völlig von der Außenwelt abgeschlossenen Dörfern. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Trust of India waren rund 5000 Soldaten im Einsatz, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Militärhubschrauber evakuierten die Menschen aus den eingeschlossenen Gebieten und warfen Nahrung ab. Der indische Premierminister Mammohan Singh sollte im Laufe des Tages in der Region eintreffen. Er sagte für die Rettungsarbeiten die Unterstützung der Zentralregierung zu.
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