Opposition will Medienkonzern zerschlagen: Murdoch schaltet weitere Anzeige
zuletzt aktualisiert: 17.07.2011 - 11:11London (RPO). Im Abhörskandal um die britische Boulevard-Zeitung "News of the World" hat der Medienkonzern von Rupert Murdoch die Nation um Entschuldigung gebeten. Mit "Es tut uns Leid" und "Wiedergutmachen, was falsch gelaufen ist" waren am Samstag und am Sonntag ganzseitige Zeitungsanzeigen überschrieben, in denen Murdoch Aufklärung versprach. Oppositionsführer Ed Miliband forderte indes eine Zerschlagung der britischen Verlagstochter.
Unter der Überschrift "We are sorry" (Es tut uns Leid) räumte der 80-jährige Murdoch in mehreren britischen Zeitungen am Samstag "ernsthaftes Fehlverhalten" ein. In den von ihm persönlich unterzeichneten Anzeigen entschuldigte er sich dafür, dass Menschen "Schmerz" zugefügt wurde. Zugleich bedauerte er, "nicht schneller gehandelt zu haben, um die Dinge ins Reine zu bringen".
Im Namen von Murdochs britischer Verlagstochter News International erschienen am Sonntag noch einmal Anzeigen, in denen das Unternehmen uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Ermittlern zusagte. Zudem versprach der Konzern Entschädigungszahlungen für die Betroffenen des Abhörskandals. Für das Geschehene gebe es "keine Entschuldigung", hieß es in den Anzeigen.
Der Aderlass im Management setzte sich unterdessen fort: Murdoch trennte sich vom Chef der Tochterfirma Dow Jones, Les Hinton. Dieser hatte 52 Jahre lang für Murdoch gearbeitet und leitete zwischen 1995 und 2007 News International, zu der auch das Skandalblatt "News of the World" gehörte. Hinton entschuldigte sich in einer Erklärung bei denen, "die durch die Taten von 'News of the World' verletzt wurden". Zuvor war bereits die aktuelle Chefin von News International, Rebekah Brooks, zurückgetreten.
Brooks sowie Murdoch und sein Sohn James sollen am Dienstag im Medienausschuss des britischen Unterhauses angehört werden. Getrennt von ihnen wird auch der Ermittler Paul Stephenson über seine privaten Kontakte zu Verantwortlichen des Medienkonzerns befragt. Unter Druck geriet auch der konservative Regierungschef David Cameron: Einer am Freitag von der Regierung veröffentlichten Liste zufolge traf er innerhalb von 15 Monaten 26 Mal mit führenden Vertretern des Murdoch-Konzerns zusammen.
Als Konsequenz aus dem Abhörskandal forderte Oppositionsführer Miliband eine Zerschlagung der britischen Verlagstochter. "So viel Macht in der Hand einer Person hat eindeutig zu Machtmissbrauch innerhalb seiner (Murdochs) Organisation geführt", sagte der Labour-Chef der Zeitung "The Observer" vom Sonntag. Eine solche Machtkonzentration sei daher "ziemlich gefährlich".
Der britische Schauspieler Jude Law verklagte derweil die zum Murdoch-Konzern gehörende Boulevardzeitung "The Sun" wegen des mutmaßlichen Abhörens seiner Handy-Mailbox. Es geht laut Anwälten um vier Artikel des Blatts aus den Jahren 2005 und 2006. News International wies die Vorwürfe als "bewusst boshaften Versuch, die 'Sun' in den Skandal mit hineinzuziehen", zurück.
In den USA geriet der Murdoch-Konzern ins Visier der Bundespolizei. Wegen des Vorwurfs, auch in den USA seien Telefone angezapft worden, seien vorläufige Ermittlungen eingeleitet worden, sagte eine FBI-Sprecherin. In den USA gehört unter anderem der Fernsehsender Fox News zum Murdoch-Imperium.
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