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  Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP
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Faisal Shahzad ist angeklagt: Musterbürger unter Terrorverdacht

zuletzt aktualisiert: 05.05.2010 - 11:20

Washington (RP/RPO). Im Internet präsentiert sich Faisal Shazahd als "All-American Boy". Eine Frau, zwei kleine Kinder – die sprichwörtliche Musterfamilie. Geboren in Pakistan, wurde Shahzad vor einem Jahr feierlich mit Flagge und Hymne eingebürgert. Das Einwandererland USA ist stolz auf solche Lebensläufe, scheinen sie doch zu beweisen, dass niemand diskriminiert wird. Jetzt steht der 30-Jährige unter dringendem Terrorverdacht.

Die Festnahme gelang in letzter Minute. Auf dem Kennedy Airport von New York war die Maschine bereits auf dem Rollfeld, dann griffen die Ermittler zu. Faisal Shazahd wollte nach Dubai fliegen. Die Detektive des FBI glauben, dass er war, der am Samstagabend auf dem Times Square im Herzen Manhattans, mitten im dichtesten Großstadtgewühl, eine Autobombe zünden wollte. Am Mittwoch wurde Anklage gegen ihn erhoben.

Die Staatsanwaltschaft legt ihm  Terrorismus und den versuchten Einsatz einer Massenvernichtungswaffe zur Last. Er habe gestanden, den Wagen gekauft. mit Sprengstoff präpariert und eine Terrorausbildung in Pakistan erhalten zu haben, teilten die Behörden mit.

Hinweis führten schnell zum Verdächtigen

Im Kofferraum des abgestellten Nissan Pathfinder, Baujahr 1993, hatten die Fahnder Fingerabdrücke Shahzads entdeckt – auf Propangasflaschen, Feuerwerkskörpern, billigen Weckern und Säcken voller Düngemittel. Noch wichtiger war ein Schlüsselbund und eine versteckt eingestanzte Nummer im Motorblock.

Die Hinweise führten zum Erstbesitzer des Nissans und einem zweiten Wagen, der unter Shahzads wirklichem Namen registriert ist. Das Bomben-Auto hatte der verhinderte Attentäter von einer Frau in Connecticut gekauft. Die 1300 Dollar zahlte er in bar – nicht mit Scheck oder Kreditkarte, wie in Amerika üblich.

Frau und Kinder sollen in Pakistan sein

In den Staaten macht sich nun Unbehagen breit. Bisher hatten sie die den Feind gerne außerhalb der Grenzen des eigenen Landes verortet. Shahzads Festnahme zeigte: Er ist mitten unter ihnen.

Schon zehn Jahre hatte er in den Staaten verbracht und einen Hochschulabschluss gemacht, der es ihm ermöglichte, als Finanzanalyst Geld zu verdienen. Wie die New York Times erzählt, konnte er amerikanischer Staatsbürger werden, indem er eine im US-Staat Colorado geborene Frau heiratete. Sie und die beiden Kinder sollen sich immer noch in Pakistan aufhalten.

Seine Nachbarn erzählten den US-Medien das, was man so oft hört in solchen Fällen. Er sei unauffällig gewesen, stets höflich und spät abends sei er öfter mal um den Block gejoggt. Wie so viele andere verlor er durch die Krise am Immobilienmarkt sein Haus.

Terrornest Waziristan

Shahzad wuchs in Pakistan in einer wohlhabenden Familie auf. Sein Vater war früher Pilot der Luftwaffe. Der Cousin von Shahzads Vater, Kifyat Ali, sagte in der Stadt Peshawar, dass der Sohn nie in Verbindung mit einer politischen oder religiösen Partei in Pakistan gestanden habe. Ali sprach von einer Verschwörung, damit die USA "mehr Paschtunen töten" könnten und bezog sich damit auf eine Volksgruppe in Pakistan und Afghanistan.

Den Ermittlungen zufolge kehrte Shahzad im Februar von Pakistan in die USA zurück. Bei der Einwanderungsbehörde sagte er aus, dass er für fünf Monate bei seinen Eltern gewesen sei und seine Frau zurückgelassen habe. Stattdessen befand er sich offenbar in Waziristan, wie er in den Verhören ausgesagt haben soll. Die Region zählt zum pakistanischen Staatsterrain. Es liegt nahe an der Grenze zu Afghanistan. In der Stammesregion können sich Taliban-Kämpfer fast ungestört aufhalten. Dort soll Shahzad eine Terror-Ausbildung erhalten haben.

Rätselraten um das Motiv

Demnach wäre der versuchte Anschlag im Herzen New Yorks doch nicht die wahnsinnige Tat eines einzelnen gewesen. Stattdessen führt die Spur zu Hintermännern aus den Kreisen al Qaidas oder radikaler Taliban-Gruppen. In einem Video hatte sich eine Taliban-Gruppierung wenige Stunden noch dem versuchten Bombenanschlag dazu bekannt. Die Behörden maßen der Theorie des Einzeltäters mehr Bedeutung zu.

Nun führen zahlreiche Hinweise in die pakistanische Stadt Karachi. Dort sind Medienberichten zufolge drei weiter Verdächtige festgenommen worden. Von amerikanischer Seite heißt es, man arbeite eng mit pakistanischen Behörden zusammen. Unter anderem geht es bei den Ermittlungen vor allem um Personen, die Telefonate mit Shahzad führten. Allein am Tag des Bombenanschlags sollen die Drähte mehrfach geblüht haben.

Faisal Shahzad - hat sich ein islamistischer Extremist jahrelang als ein unauffälliger Familienvater getarnt? Beim Rätselraten um das Motiv fällt immer wieder der Name "South Park", eine Trickfilmserie, die den Propheten Mohammed im Bärenkostüm auftreten ließ. Shahzad hatte seinen Jeep vor der Zentrale von Viacom abgestellt. Der Firma gehört "Comedy Central", der Kanal, der "South Park" ausstrahlt.

Quelle: pst

 
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