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Polizistenmord Seattle, AP 2009-1130
  Foto: City of Lakewood, AP
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Großfahndung nach vierfachem Polizistenmord: Mutmaßlicher Polizistenmörder verschanzt sich in Seattle

zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 17:16

Seattle (RPO). Nach der Ermordung von vier Polizisten in den USA hat sich der Verdächtige in einem Haus verschanzt. Schwer bewaffnete Polizisten umstellten am Montag das Gebäude in Seattle im Bundesstaat Washington, in dem sie den mehrfach verurteilten Kriminellen vermuteten, wie ein Polizeisprecher bekannt gab.

Angehörige und Freunde trauern um die erschossenen Polizisten.  Foto: The News Tribune, AP
Angehörige und Freunde trauern um die erschossenen Polizisten. Foto: The News Tribune, AP

Die Polizei ging nach eigenen Angaben davon aus, dass der 37-Jährige bei einem Schusswechsel mit Beamten verletzt wurde. Es sei sogar denkbar, dass er gestorben sei, sagte ein Sprecher.

Der Verdächtige, dessen Namen die Polizei mit Maurice Clemmons angab, soll am Sonntag bewaffnet in ein Café in Tacoma bei Seattle eingedrungen und die vier Polizisten gezielt erschossen haben. Die Polizei ging laut ihrem Sprecher Ed Troyer davon aus, dass Clemmons ein Einzeltäter sei. Ein besonderes Motiv sei nicht erkennbar, sagte Troyer. Möglicherweise habe Clemmons aus Verärgerung über seine Inhaftierungen das Feuer eröffnet, sagte der Sprecher: "Er hat einfach auf die Polizisten gefeuert."

Troyer sagte weiter, dass der Verdächtige seinerseits von Polizeikugeln verwundet worden sei und möglicherweise in dem Haus, in dem er sich verschanzte, gestorben sei. Es gebe keinen Kontakt zu dem Mann.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die vier Beamten am Sonntag von einem bewaffneten Angreifer regelrecht "hingerichtet", während sie sich in einem Café nahe der Basis in Tacoma südlich von Seattle auf ihre Schicht vorbereiteten.

Die vier Beamten von der Polizei von Lakewood (Bundesstaat Washington), darunter eine Frau, hätten mit Hilfe ihrer Computer Verwaltungsarbeiten erledigt, als ein bewaffneter Mann das Café im 50 Kilometer südlich von Seattle gelegenen Ort betrat und gezielt auf sie feuerte, berichtete Polizeisprecher Ed Troyer.

Nach seinen Angaben trugen die Opfer Uniformen und kugelsichere Westen. Bei ihnen handelt es sich um die 40-jährige Polizistin Tina Griswold sowie ihre drei Kollegen, die ungefähr im selben Alter waren. Alle vier waren verheiratet und hatten Kinder.

"Seelenruhig" das Café verlassen

Laut Troyer hatte es der Täter offenkundig auf die Polizisten abgesehen - die Bedienung und andere Kunden habe er nicht beachtet. In dem Coffee-Shop hätten sich mehrere Gäste und zwei Angestellte aufgehalten. "Niemand von ihnen wurde verletzt, auf niemanden von ihnen wurde gezielt." Nach der Tat verließ der Mann laut Zeugenberichten "seelenruhig" das Café und flüchtete zu Fuß weiter. Das Motiv sei völlig "unklar", sagte Troyer: "Selbst wenn wir das Motiv erfahren werden, glaube ich nicht, dass es irgendeinen Sinn ergibt," sagte er dem Lokalsender King 5.

Rund 200 Polizisten wurden auf die Jagd nach dem Täter angesetzt, für Hinweise wurde eine Belohnung von 10.000 Dollar ausgesetzt. Am Montag wurden in dem gesamten Bezirk Pierce Straßensperren errichtet, ein Lager wurde durchsucht. Die Fahndung konzentrierte sich auf einen 37-jährigen Kriminellen mit einer langen Liste schwerer Vergehen.

Er solle zu der Tat befragt werden, hieß es. Zuletzt saß der Mann Medienberichten zufolge wegen Verdachts auf Vergewaltigung eines Kindes mehrere Monate im Bezirksgefängnis von Pierce County. Nach Informationen der "Seattle Times" verbüßte er zuvor eine 35-jährige Haftstrafe im Bundesstaat Arkansas, sein Strafmaß wurde jedoch im Jahr 2000 vom Gouverneur und späteren republikanischen Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee herabgesetzt.

"Wir hoffen, er konnte ihn erwischen"

Laut Polizeisprecher Troyer wurden auch alle Krankenhäuser in der Nähe des Tatorts alarmiert. Es gebe Berichte, dass einer der Beamten noch auf den Täter gefeuert habe, sagte Troyer King 5: "Wir hoffen, er konnte ihn erwischen. Das würde bedeuten, dass er jetzt an einer Schussverletzung leidet".

Anfang November hatte ein 39-jähriger Militärpsychiater auf dem größten Militärstützpunkt der USA, Fort Hood, 13 Menschen getötet und 42 verletzt. Der strenggläubige Muslim wurde schließlich von Zivilpolizisten angeschossen und schwer verletzt. Ihm soll der Prozess wegen 13-fachen Mordes gemacht werden.

Quelle: AFP/csr

 
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