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Blutige Geiselnahme in Luxushotel
Mali sucht nach Terroranschlag Komplizen der Täter

Geiselnahme in Hotel im malischen Bamako
Geiselnahme in Hotel im malischen Bamako FOTO: afp, tlr
Bamako. 27 Menschen sind beim Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel in Mali gestorben. Die Regierung des Landes hat nun den Ausnahmezustand verhängt. Nun wird nach Komplizen der Täter gesucht.

Der Ausnahmezustand gilt von Freitag an zehn Tage lang für das gesamte Staatsgebiet, wie die malische Präsidentschaft in der Nacht zum Samstag mitteilte. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden.

Sicherheitskräfte suchen nun mindestens drei Verdächtige. "Die Suche hat begonnen", sagte Armeekommandeur Modibo Nama Traoré am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Man nehme an, dass die beiden Terroristen, die bei dem Anschlag am Freitag ums Leben gekommen sind, nicht allein gehandelt hätten, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit wiederum der Deutschen Presse-Agentur.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Gewalttat in der Hauptstadt Bamako. Obama bezeichnete den Überfall, bei dem mindestens 27 Menschen getötet wurden, am Samstag als "entsetzlich". "Diese Barbarei stärkt allein unsere Entschlossenheit, diese Herausforderung anzunehmen", sagt er am Rande eines Treffens der des Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in Kuala Lumpur.

Mehr als hundert Gäste des Radisson Blu in Bamako wurden am Freitag stundenlang als Geiseln gehalten, bevor die malischen Sicherheitskräfte die Geiselnahme beendeten. Zu der Tat bekannte sich die Islamistengruppe Al-Mourabitoun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar. Insgesamt waren Angehörige von 14 Nationen von der Geiselnahme betroffen, darunter auch Deutsche.

Der Nervenkrieg im Radisson Blu Hotel hatte den ganzen Tag über angedauert. Die Unterkunft ist vor allem bei Besatzungen von Fluggesellschaften und Geschäftsreisenden aus dem Ausland beliebt.
Nach und nach konnten sich mehrere der anfänglichen 170 Geiseln retten oder wurden von den Spezialeinheiten befreit, die Stockwerk für Stockwerk durchkämmten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier teilte mit, dass keine Deutschen verletzt worden seien. Vier deutsche Staatsbürger hätten das Hotel unverletzt verlassen können. Dem US-Außenministerium zufolge ist eine Amerikanerin unter den Toten, ein chinesisches Bahnunternehmen teilte mit, dass drei seiner Mitarbeiter ebenfalls getötet wurden.

Viele Beobachter werteten die Geiselnahme als neuen Angriff auf die Interessen Frankreichs, das 2013 in seiner ehemaligen Kolonie eine Militäroperation gegen islamische Extremisten gestartet hatte. Die Kämpfer wurden damals zwar aus ihren Hochburgen vertrieben, doch im Norden des Landes kommt es immer wieder zu Anschlägen. Frankreich hat derzeit noch etwa 1000 Soldaten in Mali stationie

(das/dpa/AFP/AP)
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