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US-Student
Otto Warmbier stirbt kurz nach Freilassung aus Nordkorea

Nach Haft in Nordkorea: US-Student Otto Warmbier gestorben
Otto Warmbier (M.) war vor wenigen Tagen von Nordkorea freigelassen worden (Archiv). FOTO: dpa, CD pat vge
Washington. 17 Monate war der Student Otto Warmbier in Nordkorea in Haft, die meiste Zeit im Koma. Er starb kurz nach seiner Rückkehr in die USA. US-Präsident Trump kritisiert das Regime als "brutal".

Der amerikanische Student Otto Warmbier, der vor wenigen Tagen aus seiner Haft in Nordkorea in seine Heimat zurückgebracht worden war, ist tot. Das teilte seine Familie am Montag in einem Statement mit, das mehreren US-Medien vorliegt. Von den 17 Monaten, die er in Nordkorea festgehalten wurde, soll er 15 Monate im Koma verbracht haben.

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea nach dem Tod des Studenten scharf kritisiert. Die Regierung in Pjöngjang sei ein "brutales Regime", sagte Trump während einer Veranstaltung im Weißen Haus am Montagabend. Es seien "schlimme Dinge" passiert, aber immerhin sei es gelungen, Warmbier noch "nach Hause zu seinen Eltern" zu holen. Der Familie übermittelte Trump in einem Schreiben sein "tiefes Beileid".

Schwere Schädigungen am Gehirn

Der 22-Jährige hatte nach Darstellung von Ärzten während seiner Zeit in Nordkorea schwere Schädigungen am Gehirn erlitten und war im Wachkoma liegend in die USA zurückgebracht worden. Er konnte zwar die Augen öffnen und blinzeln, es gab aber keine Anzeichen, dass er auf Sprache oder Aufforderungen reagieren konnte.

Warmbier war im Januar 2016 in Nordkorea festgenommen und im März zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Das kommunistische Regime in Pjöngjang warf ihm Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vor. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen.

Eltern zweifeln an Nordkoreas Version

Er verbrachte 17 Monate in Nordkorea, ehe er am Dienstag vergangener Woche in die USA zurückgebracht wurde. Vorausgegangen waren intensive diplomatische Bemühungen von US-Außenminister Rex Tillerson und dem schwedischen Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt.

Die Eltern erfuhren eine Woche vor der Rückkehr, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma liegt. Die Begründung der nordkoreanischen Seite, er sei an Botulismus erkrankt und nach Einnahme einer Schlaftablette nicht mehr aufgewacht, halten sie für nicht glaubwürdig. Die Ärzte wollten nicht über die Hintergründe der Verletzungen spekulieren.

(wer/sbl/dpa/afp)
 
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