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110 Todesopfer
Suche nach Verantwortlichen des Tempelbrands in Indien

Nach Tempelbrand in Indien: Suche nach Verantwortlichen
Die Explosion sorgte für große Zerstörungen FOTO: ap
Paravoor . Nach dem verheerenden Tempelbrand in Südindien mit mindestens 110 Opfern hat die Polizei die Jagd auf die Verantwortlichen aufgenommen. Fünf Arbeiter wurden festgenommen, verhört und anschließend wieder freigelassen.

15 Mitglieder des für den Tempel verantwortlichen Rats waren nach dem Unglück am Sonntag geflohen. Es wird nach Angaben der Polizei ermittelt, ob sie sich des Totschlags und der illegalen Lagerung von explosivem Material schuldig gemacht haben.

Mindestens 380 Menschen verletzt

Am Sonntag waren Tausende Menschen in dem Tempelkomplex im Dorf Paravoor im Bundesstaat Kerala zu einem Hindu-Fest zusammengeströmt. Für das Feuerwerk, das den Brand auslöste, hatte es in diesem Jahr von den Bezirksbehörden keine Genehmigung gegeben. Der Oberste Gerichtshof des Staates hatte Anweisungen erteilt, wie Feuerwerkskörper bei Tempelanlagen gelagert werden müssen - in mindestens 100 Metern Entfernung von den Gebäuden. Laut der Polizei sollen sich die Verantwortlichen des Tempels in Paravoor über diese Anweisungen hinweggesetzt haben. Durch den Brand wurden darüber hinaus mindestens 380 Menschen verletzt.

Die höchstrangige Polizistin des Bezirks, A. Shainamol, sagte, es sei den Verantwortlichen deutlich gesagt worden, dass es für ein Feuerwerk keine Genehmigung geben werde. Es sei befürchtet worden, dass die an dem Feuerwerkswettbewerb teilnehmenden Teams versuchen würden, sich mit immer mehr Raketen und Böllern zu übertreffen. Einwohner in der Nähe hätten sich beklagt, die Shows stellten Lärmbelästigung und eine Feuergefahr dar.

In Indien kommt es in Tempeln und auf religiösen Festivals immer wieder zu tödlichen Bränden und Massenpaniken. Grund sind oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen. 2008 war dabei das schlimmste Jahr der vergangenen Dekade: Damals wurden binnen zwei Monaten mehr als 370 Pilger bei Massenpaniken in den Bundesstaaten Himachal Pradesh und Rajasthan getötet.

(crwo/ap)
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