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"Nagelhäuser" eingestampft
Hier macht China zivilen Protest dem Erdboden gleich

"Nagelhäuser": Chinesische Straßen nach dem Abriss
"Nagelhäuser": Chinesische Straßen nach dem Abriss FOTO: afp, WH/RAB
Provinz Guangxi/Zhejiang. Sie wehrten sich bis zuletzt: Besitzer der chinesischen "Nagelhäuser", die mitten auf der Straße stehen und den Ausbau der Straße behindern. Bereits 2007 und 2012 hatte es Fälle gegeben, die die Öffentlichkeit bewegten. Nun wurden weitere Häuser zerstört. Ein Fotograf dokumentierte den Abriss.

Seit vielen Jahren schon ziehen die chinesischen Häuser der widerspenstigen Bürger Aufmerksamkeit aus der ganzen Welt auf sich. Dabei haben sie sich den Beinamen der "Nagelhäuser" verdient: Sie symbolisieren Nägel, die sich nicht vom Staat einhämmern lassen.

Die sturen Grund- und Hausbesitzer waren chinesischen Behörden mit ihren Protesthäusern schon lange ein Dorn im Auge und stiegen durch ihren stillen Protest sogar zu Volkshelden auf. Eine Klage der Besitzer: Man habe ihnen viel zu wenig Geld als Kompensation für den Verlust des Haus geboten. 

Auf Dauer setzten sich gegen den zivilen Widerstand jedoch die Behörden durch. In diesem Jahr fielen mindestens drei weitere  "Nagelhäuser" der Abrissbirne zum Opfer. Die Bilder eines Fotografen dokumentieren es: Wo im März noch ein einsames Häuschen mitten auf der Straße stand, war es im Mai schon verschwunden. Auf den Bildern wird deutlich, wie ein klares Zeichen des Protests letztendlich doch in den Boden gestampft wird.

Hier geht's direkt zu den Bildern.

 

 

(afp)
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