kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

90 Tote in afghanischer Provinz Kundus: Nato-Kampfjets bombardieren Tanklaster

zuletzt aktualisiert: 04.09.2009 - 08:22

Berlin/Kundus (RPO). Bei einem von der Bundeswehr angeforderten Nato-Luftangriff auf die Entführer zweier Tanklastzüge in der nordafghanischen Provinz Kundus sind mehr als 50 Aufständische getötet worden. Insgesamt kamen möglicherweise 90 Personen ums Leben.

Über zivile Opfer des Angriffs gab es am Freitag widersprüchliche Angaben. Die Bundeswehr erklärte, Zivilpersonen seien "vermutlich nicht zu Schaden gekommen". Die afghanische Polizei sprach jedoch von 40 zivilen Opfern. Eine Kommission unter Beteiligung afghanischer Behörden soll den Fall aufklären. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat den Luftangriff verurteilt. Angriffe auf Zivilisten seien "in jeder Form unannehmbar", erklärte Karsai am Freitag in der Hauptstadt Kabul.

Bei dem von der Bundeswehr angeforderten Angriff wurden laut Karsais Büro 90 Menschen getötet oder verletzt. Der Präsident kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Die Schätzung der zivilen Opfer verlautete am Freitag aus Polizeikreisen. Gouverneur Mohammed Omar sprach auch von 90 Toten, machte aber keine Angaben über zivile Opfer. Der Polizeichef der Provinz, Gulam Mohjuddin, teilte mit, Ziel des Luftangriffs seien zwei entführte Tanklastzüge nahe der tadschikischen Grenze gewesen.

Info
RP: Nato tötet 56 Rebellen in Afghanistan

Unklarheit über Opferzahlen

Während die Bundeswehr von etwa 50 toten Rebellen sprach, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich hunderte Dorfbewohner um die von Aufständischen gekaperten Tanklaster geschart. Die Taliban hätten die Bewohner aufgefordert, kostenlos Benzin aus den Lastern zu zapfen.

Kämpfer der Taliban hätten nach Mitternacht die beiden Tanklastzüge entführt, die Treibstoff an ISAF-Truppen liefern sollten. Die Internationale Schutztruppe bestätigte, dass es einen Luftangriff in der Provinz Kundus gegeben habe. Gouverneur Omar sagte, auch ein ranghoher Taliban-Kommandeur und vier tschetschenische Kämpfer seien getötet worden.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat eine "sofortige und komplette" Untersuchung des Luftangriffs zugesagt. "Das afghanische Volk muss wissen, dass wir alles zu seinem Schutz tun", sagte Rasmussen am Freitag in Brüssel. Möglicherweise seien auch Zivilisten getötet worden, dies sei aber noch nicht klar.

Die Aufständischen hatten nach Bundeswehr-Angaben an einem vorgetäuschten Kontrollpunkt, ungefähr sieben Kilometer südwestlich des Regionalen Wiederaufbauteams (Provincial Reconstruction Team, PRT) Kundus, die beiden Tanklastzüge gekapert. Die Aufständischen seien erfolgreich bekämpft worden. Deutsche Kräfte hätten keine Verluste gehabt, berichtete die Bundeswehr.

Keine Bundeswehr-Flugzeuge

Bundeswehrsoldaten hätten nach der Entführung die Lage "aufgeklärt", sagte Oberstleutnant Jörg Langer vom Eisatzführungskommando in Potsdam. Er ließ offen, ob die Aufklärung zu Lande oder aus der Luft stattfand. Die Angaben über die zivilen Opfer bestätigte er ausdrücklich nicht. Es sei, wie in solchen Fällen inzwischen üblich, eine Untersuchungskommission unter Einbeziehung afghanischer Kräfte eingesetzt worden, die bereits auf dem Weg zum Ort des Geschehens sei. Wenn sie sich ein Bild gemacht habe, "werden wir hoffentlich die Wahrheit wissen".

Für die Nato erklärte Christine Sidenstricker in Kabul, Nato-Kampfjets hätten die Tanklaster erst angegriffen und zerstört, nachdem ermittelt worden sei, dass sich keine Zivilisten in der Gegend aufgehalten hätten.

Langer erklärte, die Luftangriffe, mit denen die entführten Tanklastzüge bombardiert worden seien, hätten ISAF-Flugzeuge ausgeführt, allerdings keine Bundeswehr-Jets. Die Tornados der Bundeswehr seien lediglich zu Aufklärungszwecken in Afghanistan und zu solchen Angriffen nicht in der Lage. Allerdings hätten deutsche Kräfte des PRT Kundus die Luftunterstützung angefordert.

Quelle: AFP/asl

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ... mehr 

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Knapp drei Wochen nach lebensgefährlichen Schüssen auf eine 24-Jährige im niedersächsischen ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Zahlreiche Gebäude eingestürzt

Mehrere Tote durch Erdbeben in Italien

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen hat ein heftiges Erdbeben der Stärke 5,8 Norditalien erschüttert. In mehreren Orten sind Gebäude eingestürzt. Die Zahl der Toten ist auf 15 gestiegen. mehr

 
 

Martyrium einer 19-Jährigen in Bosnien

Festgehaltenes Mädchen will nach Deutschland

 

Fleisch aus Gesicht von Opfer gebissen

Nackter Kannibale wohl identifziert

 
 
Top-Services