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Waldenburg
Bergung des "Nazi-Zugs" wird konkret

Fotos: Hier soll das Nazi-Gold versteckt sein
Fotos: Hier soll das Nazi-Gold versteckt sein FOTO: dpa, ukit pt sab
Waldenburg. Im polnischen Waldenburg herrscht Goldgräberstimmung. An diesem Montag wird über die Bergung des gepanzerten Zuges gesprochen, in dem viele einen sagenumwobenen Goldschatz der Nazis vermuten. Von Jens Mattern

Die Stadt Waldenburg in Polen hat den genauen Standort eines NS-Panzerzugs ermittelt, der in den letzten Kriegstagen in einem unterirdischen Stollen abgestellt wurde und vermutlich mit Gold gefüllt war. Der zuständige Denkmalpfleger Piotr Zuchowski vermeldete, nachdem Fotos mit Georadar gemacht wurden, dass der Zug zu "99-prozentiger Sicherheit" existiere.

Zwei anonyme Schatzsucher, ein Deutscher und ein Pole, haben über eine Kanzlei den Fund Mitte August bekannt gegeben. Der Ort soll von einer nicht genannten Person, die beim "Verstecken" des Zuges mitgeholfen habe, am Sterbebett mittels Skizze verraten worden sein.

Der Panzerzug, der normalerweise mit einem Geschütz versehen ist und bei Gefechten eingesetzt wurde, soll bei Kriegsende von Breslau nach Waldenburg gefahren sein, so die Vermutung der Behörden. Die Orte gehören seit Kriegsende zu Polen und heißen dort Wroclaw und Walbrzych.

In Waldenburg wurden vor Kriegsende Stollen gegraben ("Projekt Riese"), um ein neues unterirdisches Führerhauptquartier zu bauen und die Kriegsproduktion unter die Erde zu verlegen. Die Aktion unterlag strenger Geheimhaltung; die Bauten sind bislang noch nicht umfassend erforscht worden.

Die Schatzsucher verlangten einen Anteil von zehn Prozent des Werts der Ladung, die sich in dem auf 100 Meter Länge geschätzten Zug befindet. Das Schatzamt wird den Fund für sich beanspruchen.

"Es muss alles unternommen werden, damit die Besitztümer ihrem Eigentümer oder den Erben zugeführt werden", appellierte Robert Singer, Geschäftsführer des Jüdischen Weltkongresses. Die Schätze könnten Juden vor ihrer Ermordung geraubt worden sein. Auch ein russischer Anwalt mahnte gegenüber "Radio Sputnik", es dürfte sich um "Beutegut" aus der Sowjetunion handeln, so dass die Russische Föderation Ansprüche erheben werde.

Neben Gold und Kunstschätzen könnte auch militärisches Gerät in dem Zug verborgen sein, erklärte Piotr Zuchowski. Der Denkmalpfleger warnte vor illegalen Grabungen. Der Panzerzug könne vermint sein, darum sollte ein Minenräumkommando der polnischen Armee den ersten Zugriff haben.

Zudem droht Gefahr durch das Gas Metan, das in der ehemaligen Bergbau-Stadt schon viele Todesopfer gefordert hat.

Die "Wojewodschaft Niederschlesien" will heute einen Krisenstab einberufen, der die Bergung bespricht, dann soll das Gelände markiert und gesichert werden.

Seit Bekanntwerden der Nachricht, dass wahrscheinlich ein "Nazi-Zug" gefunden wurde, sind zahlreiche Touristen in die Stadt gekommen - es herrscht Goldgräberstimmung.

Quelle: RP
 
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