Mordfall Kim Jong Nam

Nervengas auf T-Shirt von Angeklagter entdeckt

Die Vietnamesin Doan Thi Huong (l.) wird von Polizistinnen ins Gericht in Shah Alam bei Kuala Lumpur gebracht. FOTO: dpa, SA kno

Shah Alam. Im Prozess um den Giftmord an Kim Jong Uns Halbbruder Kim Jong Nam hat ein Gutachter eine der beiden Angeklagten stark belastet. Er hat von Spuren des Nervengifts VX am Körper der beiden des Mordes verdächtigten Frauen berichtet. 

Mit der Aussage des Leiters des Zentrums für Chemiewaffenanalyse der malaysischen Regierung wurden die Indonesierin und die Vietnamesin erstmals mit VX in Verbindung gebracht.

Die Frauen werden beschuldigt, Kims Halbbruder Kim Jong Nam im Flughafen der malaysischen Hauptstadt am 13. Februar VX ins Gesicht gesprüht und damit getötet zu haben.

Raja Subramaniam erklärte am Donnerstag vor Gericht, er habe VX in Reinform und Vorstufen von VX auf dem Pullover der Vietnamesin sowie ein Abbauprodukt von VX auf abgeschnittenen Fingernägeln der Frau gefunden.

Video soll Giftanschlag auf Kim Jong Nam zeigen FOTO: rtr, DN

Auf dem T-Shirt der Indonesierin sei in Labortests VX-Säure aufgespürt worden. Die Präsenz von VX-Vorstufen und VX-Abbauprodukten bestätige die Präsenz des Nervengifts selbst, sagte Raja. Zudem bestätigte er, dass er auf Kims Gesicht, dessen Augen, auf der Kleidung sowie in seinem Blut und Urin VX gefunden habe.

Angeblich hinters Licht geführt

Die beiden Frauen haben auf unschuldig plädiert. Ihren Verteidigern zufolge wurden sie von nordkoreanischen Agenten hinters Licht geführt, indem ihnen vorgetäuscht wurde, sie nähmen an einem harmlosen Scherz nach Art der Fernsehsendung "Versteckte Kamera" teil.

Die malaysischen Behörden haben Nordkorea keine direkte Beteiligung an der Ermordung des in Ungnade gefallenen Halbbruders des Machthabers vorgeworfen, spekuliert wird darüber aber heftig.

Pjöngjang hat solche Vermutungen kritisiert und nie bestätigt, dass das Mordopfer Mitglied der Herrscherfamilie war. Bei einer Verurteilung droht den beiden Frauen die Todesstrafe. Es wird erwartet, dass der Prozess rund zwei Monate dauern wird.

(csr/ap)

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