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  Foto: AP, AP
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Behörden rechnen mit tausenden Toten: Neues Erdbeben auf Sumatra

zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 10:40

Jakarta (RPO). Die indonesische Insel Sumatra ist am Donnerstagmorgen erneut von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Beben habe eine Stärke von 6,8 erreicht, teilte das US-Institut Geological Survey mit. Es habe sich rund 150 Kilometer nordwestlich von Bengkulu und in einer Tiefe von 25 Kilometern ereignet. Es ist das zweite schwere Beben in der Region innerhalb von nur 24 Stunden.

Ein weiterer Anstieg der Opferzahlen wurde bereits vor dem zweiten Erdbeben befürchtet, wenn Rettungskräfte von der Außenwelt abgeschnittene Orte im Westen Sumatras erreichen. Indonesien wurde bereits am Mittwoch von einem schweren Erdbeben  erschüttert. Besonders stark betroffen ist die Insel Sumatra.

Bisher gibt es mehr als 500 bestätigte Todesopfer, die Behörden befürchten jedoch noch einen dramatischen Anstieg der Zahl, da viele Häuser einstürzten und die Menschen unter den Trümmern begraben liegen.

Auf "schlimmere Ausmaße als nach dem Beben von Yogyakarta" bereitete Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari die Menschen vor. Dort waren vor drei Jahren mehr als 3000 Opfer zu beklagen. Die Beben ereigneten sich am selben Spalt der Erdkruste, an dem auch der verheerende Tsunami von 2004 entsprungen war.

Info

Indonesien

Der Staat erstreckt sich mit seinen über 17.500 Inseln auf tausenden Kilometern zwischen dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Das südostasiatische Inselreich mit rund 230 Millionen Einwohnern ist hinter Indien und den USA die drittgrößte Demokratie der Welt und gleichzeitig das bevölkerungsreichste muslimische Land. Indonesien wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht, zumal weite Teile vulkanisch geprägt sind. Zudem stoßen, etwa im Indischen Ozean, verschiedene Kontinentalplatten aufeinander.

Großstadt Padang besonders betroffen

Nur wenige Stunden nach dem Tsunami auf der Inselgruppe Samoa im Südpazifik wurde die indonesische Insel erschüttert.  In der Großstadt Padang auf  Sumatra stürzten zahlreiche Häuser ein, darunter auch zwei Krankenhäuser, ein Einkaufszentrum, Moscheen und Hotels. Bewohner rannten in Panik auf die Straßen. Am Flughafen von Padang stürzten Teile des Terminals ein, in der Küstenstadt brachen zudem mehrere Brände aus. Am Maninjau-See im Landesinneren löste das Beben einen Erdrutsch aus, wie ein Augenzeuge im Fernsehen sagte.

Tausende Menschen würden unter den Trümmern der 900.000-Einwohner-Stadt vermisst, teilten die Behörden mit. Starker Regen und ein Stromausfall erschwerten die Rettungsarbeiten dramatisch. Nach Erdrutschen waren überdies die Zufahrtsstraßen zu der Stadt blockiert. Auch die Telefonnetze brachen zusammen.

Für Indonesien, Malaysia, Indien und Thailand war vorübergehend eine Tsunami-Warnung ausgelöst worden, die aber kurz darauf wieder aufgehoben wurde. Die Erschütterung war so stark, dass sie in der Hauptstadt Jakarta ebenso zu spüren war wie in Singapur und Malaysia.

Das Beben ereignete sich am selben Spalt der Erdkruste, an dem auch der verheerende Tsunami von 2004 entsprungen war.Es gab Befürchtunen, das Beben könne auch Vulkanausbrüche zur Folge haben. In der Region liegen die drei Vulkane Merapi, Talang und Tandikat.

Tsunami im Pazifik

Im Pazifik hatten am Dienstag siebeneinhalb Meter hohe Flutwellen ganze Dörfer und Ferienanlagen weggespült, wie Augenzeugen berichteten. Der Tsunami riss nach Behördenangaben mindestens 113 Menschen in den Tod: 84 Tote wurden allein aus Samoa gemeldet, 22 aus dem benachbarten Amerikanisch-Samoa. Auf Tonga starben mindestens sieben Menschen. Dutzende weitere galten als vermisst. Die Behörden rechneten mit einem Anstieg der Opferzahlen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurden auf Samoa zwei Berliner leicht verletzt.

Die beliebtesten Ferienanlagen auf Samoa seien total zerstört, sagte Vize-Regierungschef Misa Telefoni der australischen Nachrichtenagentur AAP. Schon Minuten nach dem Tsunami-Alarm seien die Flutwellen über die Küstenregion hereingebrochen. Samoas Hauptstadt Apia wurde evakuiert.

Augenzeugen auf Amerikanisch-Samoa berichteten von ins Meer gespülten Autos und zerstörten Gebäuden. US-Präsident Barack Obama sprach den Opfern sein "tiefstes Mitgefühl" aus und erklärte die Insel zum Katastrophengebiet. Die EU stellte dem Internationalen Roten Kreuz eine Soforthilfe von 150.000 Euro bereit.

Der Tsunami wurde laut der US-Erdbebenwarte von einem heftigen Seebeben der Stärke 8,0 ausgelöst, dessen Epizentrum rund 200 Kilometer südwestlich von Apia lag. Im Jahr 2004 waren bei einem Tsunami nach einem Seebeben vor Indonesien 200.000 Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: AP/AFP/jre

 
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