| 16.03 Uhr

Dschihadisten in Syrien
Neun Jahre Haft für Bruder von Bataclan-Selbstmordattentäter

Paris. Der Bruder eines der Bataclan-Selbstmordattentäter ist in Frankreich zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er sich Dschihadisten in Syrien angeschlossen hatte. Das Pariser Strafgericht verurteilte sechs weitere Islamisten zu mehrjährigen Haftstrafen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die 24 bis 27 Jahre alten Männer Ende 2013 nach Syrien gereist waren, um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen. Den nach ihrer Rückkehr festgenommenen Angehörigen der sogenannten "Straßburger Zelle" wurde die Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel terroristischer Taten zur Last gelegt. Karim Mohamed-Aggad erhielt die höchste Strafe. Sein Bruder Foued war einer der Selbstmordattentäter, die bei den Anschlägen vom 13. November im Pariser Musikclub Bataclan 90 Menschen töteten.

Die beiden Brüder und acht weitere Islamisten aus der elsässischen Stadt Straßburg oder ihrer Umgebung waren im Dezember 2013 nach Syrien gereist und hatten sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Die Reise bereiteten sie unter anderem in einer Shisha-Bar im nahe Straßburg gelegenen baden-württembergischen Kehl vor.

Die Männer seien "extrem gefährlich"

Während zwei der mutmaßlichen Dschihadisten in dem Bürgerkriegsland getötet wurden, kehrten die anderen mit Ausnahme von Foued Mohamed-Aggad nach wenigen Monaten nach Frankreich zurück, wo sie schließlich festgenommen wurden. Sie räumten später ein, sie seien nach Syrien gereist, um gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad zu kämpfen. Sie seien aber geflohen, als ihnen die Feindschaft zwischen den verschiedenen Rebellengruppen bewusst geworden sei.

Während des Prozesses bezeichnete die Staatsanwaltschaft die Männer als "extrem gefährlich". Mohamed-Aggads Anwältin kündigte nach dem Urteil an, voraussichtlich in Berufung gehen zu wollen.

(afp/jeku)
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