China: Neun Tote bei erneutem Amoklauf an Kindergarten
zuletzt aktualisiert: 12.05.2010 - 18:01Peking (RPO). Bei einem erneuten Amoklauf an einem Kindergarten in China sind neun Menschen getötet worden, davon sieben Kinder. Ein 48-jähriger Mann sei mit einem Hackmesser in die private Tagesstätte in der nordwestlichen Provinz Shaanxi eingedrungen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch.
Unter den Toten seien fünf Jungen, zwei Mädchen und die zwei Betreiber des Kindergartens. Elf Kinder seien verletzt worden, davon zwei schwer. Anschließend sei der Mann nach Hause zurückgekehrt und habe Selbstmord begangen. Sein Motiv sei unklar.
Ein Bewohner des Orts im ländlichen Bezirk Nanzheng sagte der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon, der Täter habe die Räume an den Kindergarten vermietet. "Ich wüsste nicht, dass er geistesgestört war", sagte der Bewohner. "Er war auch nicht arm." Die Behörden lehnten eine Stellungnahme zu dem Angriff ab.
Damit sind allein in den vergangenen zwei Monaten sechs Angriffe auf Schulen und Kindergärten verübt worden. Dabei wurden 19 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt, die meisten von ihnen Kinder. Die Serie hat Entsetzen in der chinesischen Bevölkerung ausgelöst. Präsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao haben Maßnahmen verlangt. Die Polizeiführung hat einen stärkeren Schutz der Schulen angeordnet.
Dem Bildungsexperten Yang Dongping von dem Technologischen Institut in Peking zufolge haben die Angriffe wegen der chinesischen Ein-Kind-Politik eine weitere Dimension. Er sprach von einem Nachahmer-Effekt, der durch die Berichte über die Taten ausgelöst werde. "Menschen, die geistig krank sind oder einen Hass auf die Gesellschaft haben, glauben dann, dass sie so Rache üben können", sagte er Reuters.
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