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9/11-Einsatzkräfte
New York entschädigt seine Helden

Neue Bilder vom Einsturz des World Trade Center
Neue Bilder vom Einsturz des World Trade Center FOTO: AP
New York (RPO). Die Bilder gingen um die Welt: Nach dem verheerenden Terroranschlägen vom 11. September standen Polizisten, Feuerwehrleute und Bauarbeiter für kurze Zeit im Fokus des öffentlichen Interesses. Doch die Helden wurden nicht selten selbst zu Opfern, weil sie ungeschützt in das eingestürzte World Trade Center (WTC) geschickt wurden. Nun will sie die Stadt entschädigen.

Mehr als 10.000 Menschen klagen gegen die Stadt und 90 andere Beschuldigte wie Firmen, die Aufräumarbeiten betreut hatten, nachdem sie bei Rettungs- oder Aufräumarbeiten am 11. September 2001 eingesetzt wurden. Nun will sie die Stadt New York entschäiden: Die Feuerwehrleute, Polizisten oder Bauarbeiter, die nach dem Einsturz des WTC giftigen Stoffen und Unmengen von Staub ausgesetzt waren, könnten insgesamt 657 Millionen Dollar (gut 480 Millionen Euro) an Ausgleichszahlungen erhalten, teilte der Versicherer WTC Captive am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Der Einigung müssen noch ein Richter und die klagenden Einsatzkräfte selbst zustimmen. Sie wurde am Donnerstag von der Versicherungsgesellschaft WTC Captive Insurance bekanntgegeben, die eigens gegründet wurde, um die Stadt von Entschädigungsansprüchen freizustellen.  Je nach Schwere der Krankheit sollen die Geschädigten laut "New York Times" zwischen einigen tausend und einer Millionen Dollar erhalten.

Die Kläger hatten geltend gemacht, sie hätten von dem Staub, der beim Einsturz der Hochhaustürme nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 freigesetzt wurde, Gesundheitsschäden davongetragen. Die meisten klagen über Asthma oder andere Erkankrungen der Atemwege. Die Helfer klagen, sie seien ohne ausreichende Schutzausrüstung zum Ground Zero entsandt worden. In zwei Monaten sollten deswegen die ersten Prozesse beginnen.

Unter den ersten von den 10.000 wurde aber auch die Klage der Familie des Feuerwehrmanns Raymond W. Hauber zugelassen, der 2007 an Krebs verstarb, bevor ihn das Gericht anhören konnte. Einige der Kläger sind auch noch nicht erkrankt, sondern befürchten lediglich künftige Folgeschäden.

Bürgermeister Michael Bloomberg sprach nach Bekanntwerden der Einigung von einer "fairen und vernünftigen Lösung". Die tausenden Anspruchsberechtigten haben nun 90 Tage Zeit, das Angebot anzunehmen. WTC Captive war mit Bundesmittel ausgestattet worden, um den Menschen zu helfen, die sich an den Rettungs- und Aufräumarbeiten nach den Terrorangriffen in New York beteiligt haben.

Unter den Klagen sind aber auch dubiose Fälle. So klagt eine Frau auf Schadenersatz, weil sie beim Betrachten der Fernsehbilder von den Terroranschlägen einen Herzinfarkt erlitten habe.

(apd/felt/sdr)
 
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