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New York und New Jersey
Terror-Spur nach Bombenanschlägen

New York: Eventuell doch Verbindung zum internationalen Terror
Bei der Explosion in New York wurden 29 Menschen verletzt FOTO: ap, AK
New York. Die Bombenanschläge in New York und New Jersey vom Wochenende haben nach Worten des New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo möglicherweise doch eine Verbindung zum internationalen Terrorismus.

"Gestern hatten wir diese Informationen noch nicht. Heute sollten wir nicht überrascht sein, wenn die Ermittler zu diesem Ergebnis kommen", sagte Cuomo am Montag dem US-Sender CNN.

Die New Yorker Polizei veröffentlichte das Fahndungsfoto eines 28-Jährigen mit dem Namen Ahmad Khan R. Er werde im Zusammenhang mit der in Chelsea explodierten Bombe gesucht, sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich. Gouverneur Cuomo und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagten, es sei zu früh zu sagen, ob es sich bei den Explosionen um die koordinierten Aktionen einer Zelle gehandelt habe.

Die Polizei sucht den 28 Jahre alten Ahmad Khan R. FOTO: ap

FBI untersucht Explosionen

Unterdessen untersucht die US-Bundespolizei FBI nach den Explosionen in New York und im Nachbarstaat New Jersey, ob die Taten in irgendeiner Weise miteinander in Verbindung stehen könnten. Dazu seien einige Zeugen befragt worden, sagte Sprecherin Kelly Langmesser. Beamte hätten im Zusammenhang mit den Ermittlungen ein Fahrzeug gestoppt, es sei allerdings bislang niemand angeklagt worden.

Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Am Samstagabend waren durch die Detonation in einem New Yorker Szeneviertel 29 Menschen verletzt worden, die meisten leicht. Wie durch ein Wunder gab es keine Todesopfer. In New Jersey kam niemand zu Schaden. Nach Angaben eines Regierungsvertreters waren in dem in New York gestoppten Fahrzeug fünf Menschen, die vom FBI befragt worden seien.

Langmesser zufolge wird ermittelt, ob die Täter auch für die Platzierung eines nur wenige Blöcke vom Tatort in New York entdeckten verdrahteten Schnellkochtopfs verantwortlich sind. Das Objekt sei am Sonntagabend gesprengt worden. Die New Yorker Bombe habe Rückstände eines Sprengstoffs enthalten, der häufig für Schießübungen benutzt werde und in vielen Sportwarengeschäften gekauft werden könne.

Ein mit den Ermittlungen befasster Behördenvertreter sagte der AP, bei der explodierten Rohrbombe in New Jersey sei dieser Stoff nicht entdeckt worden, sondern Schießpulver. An beiden Tatorten wurden Handys entdeckt. Selbstgemachte Bomben aus Schnellkochtöpfen waren auch bei den Anschlägen auf den Boston-Marathon 2013 verwendet worden. Damals kamen drei Menschen ums Leben, mehr als 260 wurden verletzt.

In der Nacht zu Montag explodierte in New Jersey ein weiteres verdächtiges Objekt. Ein Roboter eines Bombeneinsatzkommandos war zu diesem Zeitpunkt in der Stadt Elizabeth dabei, den in einer Mülltonne entdeckten Gegenstand unschädlich zu machen. Zwei Männer hätten die Polizei verständigt, nachdem sie am Sonntagabend ein Paket entdeckt hätten, aus dem ihren Angaben zufolge Drähte und ein Rohr herausgehangen hätten, sagte der Bürgermeister der Stadt Elizabeth, Christian Bollwage.

Die Bahnstation Elizabeth befindet sich auf der vielgenutzten Bahnlinie Northeast Corridor. Der Verkehr auf der Strecke musste zwischen der Haltestelle und dem Flughafen Newark vorübergehend eingestellt werden.

Einen weiteren Zwischenfall hatte es am Samstagabend in einem Einkaufszentrum der Stadt St. Cloud im US-Staat Minnesota gegeben. Dort verletzte ein Mann neun Menschen mit einem Messer. Nach dem Überfall wurde der mutmaßliche Täter von einem Polizisten erschossen. Der Angreifer soll ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen sein.

(felt/crwo/dpa/ap)
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