| 21.42 Uhr

Radioaktive Stoffe im Grundwasser
Streit um Atomkraftwerk "Indian Point" nahe New York spitzt sich zu

Störfälle in Atomkraftwerken
Störfälle in Atomkraftwerken FOTO: AP
New York. Wegen einer deutlich erhöhten Konzentration radioaktiver Stoffe im Grundwasser nahe New York werden die Rufe nach der Schließung des Atomkraftwerks Indian Point lauter.

An dem rund 50 Kilometer nördlich von der Millionenstadt gelegenen Werk waren Anfang Februar Werte des radioaktiven Stoffes Tritium um 80 Prozent über dem normalen Wert gemessen worden. Die Umweltorganisation River Keeper sprach von einem "bevorstehenden Desaster".

Zuvor war es an dem in der Stadt Buchanan gelegenen Akw mehrfach zu Zwischenfällen gekommen, etwa zu einem Stromausfall in einem Reaktorkern und einem Brand an einem Transformator, bei dem auch Öl in den Hudson River gelangte. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hatte die Zwischenfälle als "extrem beunruhigend" bezeichnet.

Nun kommt der umstrittene Bau einer Gaspipeline hinzu, deren Bauarbeiten Cuomo am Montag stoppte. Da eine Explosion der Gasleitung eine nukleare Katastrophe auslösen könnte, soll die zuständige Behörde klären, ob die Leitung sicher in Betrieb genommen werden kann. "Die Sicherheit der New Yorker ist bei jeder Entscheidung der Regierung oberste Verantwortung", teilte Cuomo mit.

Der Streit um Indian Point läuft seit Jahren. Anwohner und Aktivisten hatten unter anderem nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima und nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Schließung des Werks gefordert. Die beiden noch genutzten Blöcke des Kraftwerks wurden 1974 und 1976 in Betrieb genommen. Indian Point kann etwa ein Viertel des Energiebedarfs von New York decken.

(dpa)
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