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Kein Strom, keine Flüge, mehrere Tote
Winterwetter hat US-Ostküste fest im Griff

Fotos: Schnee und Kälte plagen den Norden der US-Ostküste
Fotos: Schnee und Kälte plagen den Norden der US-Ostküste FOTO: dpa, jim colton lil wst
Washington. Bitterkalt ist es in Teilen der Vereinigten Staaten. An der Ostküste zittern die Bewohner, bei vielen fällt zumindest vorübergehend der Strom aus. Blitzgewitter und starke Winde brechen über manche Gegenden herein. Die Kältewelle wird für mehrere Todesfälle verantwortlich gemacht.

Heftige Schneefälle und Sturm haben in vielen Gegenden an der US-Ostküste zu Chaos geführt. In einigen Orten in Neuengland fielen am Donnerstag bis zu 40 Zentimeter Schnee. Es kam zu Verkehrsunfällen und Stromausfällen. An den Küsten kämpften die Menschen mit Überschwemmungen. Für zahlreiche Gebiete galten Schneesturm-Warnungen. Eine ganze Reihe von Gouverneuren und lokalen Verantwortlichen hatte den Notstand ausgerufen.

Am Donnerstagabend (Ortszeit) zog der Wintersturm weiter in den Nordosten der USA. Zuvor hatte er bereits im Süden der Ostküste für erhebliche Probleme gesorgt.

Allein in Massachussetts waren am Donnerstag 24.000 Haushalte ohne Strom, wie der Gouverneur des Bundesstaates, Charlie Baker, am Donnerstagabend (Ortszeit) sagte. Auch in Virginia, Conneticut und den Neuengland-Staaten kam es zu Ausfällen. Tausende Flüge mussten gestrichen werden, in vielen Orten fiel der Unterricht an Schulen aus. Fast 500 Mitglieder der Nationalgarde waren im Einsatz.

An der Küste von Massachussetts kam es zu Überflutungen. Aufnahmen aus Boston zeigten, wie Wasser mit Eisklumpen durch die Straßen trieb. Auch in Maine gab es Überschwemmungen.

Mehrere Menschen sterben

Laut einem Bericht des Senders NBC sollen in Folge des kalten Wetters seit dem 26. Dezember mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen sein. In North Carolina gab es drei Tote, wie Gouverneur Roy Cooper mitteilte. Im Bezirk Moore County starben demnach zwei Männer, nachdem ihr Truck von der Straße abgekommen war. Einen weiteren Toten gab es in Surf City.

In New York blieb das oft befürchtete, ganz große Chaos am Donnerstag aus. Bürgermeister Bill de Blasio riet Anwohnern, soweit möglich, zu Hause zu bleiben. Stadtweit waren im Lauf des Tages 1500 Räum- und rund 700 Streufahrzeuge im Einsatz. Der Verkehr schob sich schleppend durch Schnee und Matsch, die U-Bahn fuhr aber weitgehend nach Plan. Der Flugbetrieb am John F. Kennedy Airport sollte am Freitagmorgen wieder aufgenommen werden.

US-Medien bezeichnen den Wintersturm seit Tagen als "Bombenzyklon". Das Phänomen einer "bombogenesis" beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs, laut US-Wetterbehörde NOAA liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die folgende Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe.

Auch nach dem Sturm ist für die Ostküste noch keine Entspannung in Sicht. Am Wochenende soll eisige, arktische Kälte folgen. Erst Anfang der kommenden Woche soll es wieder wärmer werden.

(wer/dpa/ap)
 
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