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Boko Haram
Nigeria dementiert Berichte über neue Massenentführung

Mai 2014: Boko Haram führt verschleppte Mädchen vor
Mai 2014: Boko Haram führt verschleppte Mädchen vor FOTO: afp, JM
Lagos. Die nigerianische Regierung hat Berichte über eine erneute Massenentführung durch Boko-Haram-Extremisten im Nordosten Nigerias zurückgewiesen. "Es gibt keine neue Entführung in Damasak", sagte der Regierungssprecher für Sicherheitsfragen, Mike Omeri, am Mittwoch. Er widersprach damit Darstellungen, wonach die Islamisten hunderte Frauen und Kinder aus der Stadt verschleppten.

Ähnlich äußerten sich der örtliche Senator Maina Lawan und ein ranghoher Geheimdienstvertreter. Soldaten aus dem Niger und dem Tschad hatten Boko Haram am 9. März nach dreieinhalb Monaten aus Damasak vertrieben. Nach der Rückeroberung der Stadt entdeckten Soldaten dort ein Massengrab mit etwa hundert Leichen.

Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und tötete dabei bislang mindestens 13.000 Menschen. Immer wieder verschleppt die Extremistengruppe außerdem Zivilisten. Im April 2014 griffen Boko-Haram-Kämpfer eine Schule in Chibok an und entführten 276 Schülerinnen. Die meisten von ihnen werden noch immer vermisst.

Zuletzt startete Boko Haram mehrfach Angriffe im Südosten des Niger und in Kamerun. Die beiden Länder und der Tschad entsandten daraufhin Truppen in den Nachbarstaat, um den Vormarsch der Islamisten zu stoppen. Nach sechswöchigem Aufschub wählt Nigeria am Samstag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament.

Die Sekte Boko Haram FOTO: dpa, axs
(AFP)
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