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Entführte Mädchen
Nigeria verhandelt mit Boko Haram

Die Sekte Boko Haram
Die Sekte Boko Haram FOTO: dpa, axs
Lagos. Vor etwa eineinhalb Jahren enführte die Terrormiliz Boko Haram 219 Schulmädchen aus einer Schule in dem kleinen Örtchen Chibok. Bis heute ist unklar, was aus den Kindern geworden ist. Neue Verhandlungen sollen den Entführten jetzt die Freiheit bringen.

Die nigerianische Regierung verhandelt mit der Terrormiliz Boko Haram über die Freilassung der vor fast eineinhalb Jahren entführten 219 Schulmädchen. Zunächst müsse sichergestellt werden, dass die Verhandler auf Seiten der Extremisten auch tatsächlich Entscheidungsgewalt hätten, erklärte Präsidentensprecher Femi Adesina am Dienstagabend auf Twitter.

Die Entführung der Mädchen aus einer Schule in Chibok im April 2014 hatte international für Aufsehen gesorgt. Seither kam es immer wieder zu ähnlichen Fällen. Dem nigerianischen Militär und Soldaten aus dem benachbarten Tschad gelang es in den vergangenen Monaten, Hunderte Geiseln aus den Händen der Boko Haram zu befreien. Erst am Montag kamen bei der Eroberung von Extremistenlagern im Staat Borno zwölf Frauen und Kinder frei. Von den 219 Schulmädchen fehlt aber nach wie vor jede Spur.

Boko Haram hat Dutzende Mädchen und Frauen für Selbstmordanschläge in Nigeria und in den Nachbarländern Tschad, Kamerun und Niger eingesetzt. Die Regierung fürchtet, dass unter ihnen auch einige der Entführungsopfer gewesen sein könnten.

In dem Konflikt kamen allein seit März 2015, als Muhammadu Buhari zum neuen nigerianischen Präsidenten gewählt wurde, mehr als 1000 Menschen ums Leben. Seit Beginn des Aufstandes von Boko Haram vor sechs Jahren waren es rund 20 000. Mindestens 2,1 Millionen Menschen wurden aus ihren Häusern und teilweise über die Staatsgrenzen vertrieben. Buhari trat mit dem Versprechen an, die Terrorgruppe zu zerschlagen. Diese will im vorwiegend muslimischen Norden des Landes einen islamischen Gottesstaat einrichten.

(ap)
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