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Frankreich
Viele Tote bei Überschwemmungen an der Côte d'Azur

Nizza: 13 Tote bei Überschwemmungen
Autos auf einer überschwemmten Straße in Nizza. Mehrere Menschen starben bei dem Versuch, ihre Autos vor den Wassermassen in Sicherheit zu ringen. FOTO: afp, vh/YG
Nizza. Bei Blitz-Überschwemmungen an der französischen Côte d'Azur sind am Wochenende mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Vier Menschen würden noch vermisst, teilten die Behörden am Sonntag mit.

Nach heftigen Regenfällen wurden am Samstagabend die Straßen von Küstenstädten wie Nizza, Cannes und Antibes überflutet und ein Campingplatz fortgespült. Alleine sieben Menschen kamen in Mandelieu-la-Napoule ums Leben, als sie versuchten, ihre Autos aus Tiefgaragen zu holen.

Innerhalb von zwei Tagen fiel so viel Regen wie sonst im ganzen Monat Oktober. Der Niederschlag sei "sehr heftig und konzentriert" gewesen, sagte der Präfekt des Département Alpes-Maritimes, Adolphe Colrat, während am Sonntag der Himmel wieder blau war. Der kleine Fluss Brague trat über die Ufer, in mehreren Orten wurde die Erdgeschosse der Häuser überflutet. Präsident François Hollande versicherte bei einem Besuch vor Ort den Betroffenen "die Solidarität der Nation".

Drei betagte Menschen starben nach Angaben der Feuerwehr, als eine Hochwasserwelle am Samstagabend ein Altersheim in Biot nahe Antibes überschwemmte. Drei Menschen starben in ihrem Auto in Golfe-Juan bei der Durchquerung eines überfluteten Tunnels. In Mandelieu-la-Napoule wurden sieben Tote aus zwei überschwemmten Tiefgaragen geborgen, ein Mensch wurde dort noch vermisst. Die Anwohner hatten versucht, ihre Autos vor dem Wasser zu retten.

"Es ist apokalyptisch", sagte der Bürgermeister Henri Leroy. "Der Parkplatz war halbleer, doch sind dort tausende Fahrzeuge. Es könnte noch weitere Leichen geben." Feuerwehrautos pumpten weiter Wasser aus der Tiefgarage. "Ich sah Wasser von der Veranda hereinspülen. Binnen fünf Minuten reichte es mir bis zu Hüfte. Die Türen klemmten, aber glücklicherweise kam mir ein Nachbar zu Hilfe", sagte die Rentnerin France Oberlin, deren Wohnung völlig verwüstet wurde.

In einer überfluteten Straße in Cannes starben zwei Menschen, mehrere Autos wurden bis ins Meer geschwemmt. Ein Mensch kam auf einem Campingplatz in Antibes ums Leben, Helikopter mussten andere Camper von den Dächern ihrer Wohnmobile retten. Umgestürzte Bäume und Schlammlawinen behinderten den Zugang zu den betroffenen Gebieten, auch gelangten die Rettungskräfte noch nicht in alle Tiefgaragen, so dass die Opferzahl noch steigen könnte.

Die Behörden richteten Notunterkünfte für die Menschen ein, deren Häuser durch die Fluten zerstört wurden. Rund 22.000 Haushalte waren am Sonntagmittag weiter ohne Strom. Eine Autobahn wurde gesperrt. Mehrere Züge konnten wegen Überschwemmungen nicht weiterfahren, hunderte Reisende saßen nach Angaben eines Bahnsprechers in Toulon, Nizza und Cannes fest.

Auch am Flughafen von Nizza strandeten mehr als 500 Fluggäste. Dort stürzten Bäume auch auf die berühmte Promenade des Anglais, eine Schlammlawine beschädigte ein Gebäude im Nordosten der Stadt.

Das Unwetter war nicht ganz so schlimm wie im Juni 2010, als an der Côte d'Azur 25 Menschen ums Leben kamen, und in der bei Touristen beliebten Küstenregion Schäden von knapp einer Milliarde Euro entstanden.

(AFP)
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