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Fotos aus Nordkorea
Die unheimlichen U-Bahnhöfe von Pjöngjang

Nordkorea: Pjöngjangs Metro fährt 100 Meter unter der Erde
Nordkorea: Pjöngjangs Metro fährt 100 Meter unter der Erde FOTO: dpa, fr ase
Pjöngjang. Die U-Bahn in der nordkoreanischen Hauptstadt ist schon lange ein Prestigeobjekt der kommunistischen Führung. Bis zu 100 Meter tief führt sie angeblich unter die Erde. Fotografien erlauben einen Einblick in einen bizarre Welt zwischen kaltem Neonlicht und Pomp.  

Ob Nordkoreaner auch mal lachen? Angesichts der Bilder, die einen aus dem streng abgeschotteten Land erreichen, sind Zweifel erlaubt. Auch die jüngst aufgenommenen Fotos aus der Metro der Hauptstadt Pjöngjang machen da keine Ausnahme. 

Wie eingefroren wirken die Gesichter der Menschen, die sich auf einer Rolltreppe in den Untergrund der Millionen-Metropole transportieren lassen. Dazu erhellt Neonlicht nur notdürftig den engen Schacht, in dem es abwärts geht. 

Bis zu hundert Meter tief sollen die beiden Linien führen, die die kommunistischen Helden der Arbeit unterhalb der Straßen und Häuser befördern. Die Führung ist stolz auf ihre Metro. Sie blickt auf eine lange Tradition zurück. Schon 1973 wurde sie eröffnet und war damit die erste auf der koreanischen Halbinsel. Ein wichtiger Etappensieg im Kampf gegen den selbsternannten Klassenfeind. 

Urlaub in der Diktatur: Hotels in Nordkorea FOTO: TripAdvisor

Dass es nun überhaupt international tätigen Fotografen erlaubt war, im nordkoreanischen Untergrund zu fotografieren, ist augenscheinlich auf die Einführung neuer Bahnen zurückzuführen. Bislang fuhren die Passagiere mit ausrangierten Waggons aus Berlin durch die Tunnel von Pjöngjang. Nun handelt es sich angeblich um Wagen aus eigener Produktion.

Reiseberichte schildern die U-Bahnstationen als mehr oder weniger unheimliche Orte. In den Bahnhöfen schallt demnach aus den Lautsprechern erbauliche Revolutionsmusik. Statt Werbetafeln ist Propaganda allgegenwärtig. Auf den Wänden sind in riesigen Gemälden glückliche Arbeiter und Bauern zu sehen. In den Wagen sind Bilder der politischen Führer aufgehängt.

Eingerahmt ist das durch kalte Pracht: Kronleuchter und feudale Säulen verleihen den unterirdischen Bahnhöfen ihren ganz eigenen Charakter. Vergleiche mit der ebenfalls prachtvoll dekorierten Metro in Moskau sind erlaubt. 

Bilder von verbotenen Orten FOTO: www.forbidden-places.net

Anders hingegen sind die für westliche Ohren fremden Namen der Stationen und Linien. Statt in der U5 zum Alexanderplatz fährt man dann in einer nach dem rasend schnellen Pferd "Ch'ollima" benannten Linie in Richtung "Triumphale Wiederkunft".

(pst)
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