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Starkes Erdbeben: Notstand auf Hawaii nach schwerem Erdbeben

zuletzt aktualisiert: 16.10.2006 - 11:33

Honolulu (rpo). Erst bebte die Erde, dann gingen die Lichter aus. Nach einem starken Erdbeben und weitreichenden Stromausfällen auf Hawaii hat Gouverneurin Linda Lingle für den gesamten US-Staat den Katastrophenfall ausgerufen. Außerdem verursachte das Beben einen Erdrutsch, wie das Pazifische Tsunami-Zentrum mitteilte.

Der Zivilschutz erklärte, es gebe bislang nicht bestätigte Berichte über Verletzte. Von möglichen Todesopfern war zunächst nichts bekannt. Auf der Hauptinsel Oahu steckten Menschen in Aufzügen fest. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA erklärte, bis zu 170 Brücken könnten auf der Insel Hawaii (Big Island) beschädigt sein.

Das Epizentrum lag rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Honolulu auf Big Island. Don Blakeman vom Nationalen Erdbebeninformationszentrum sagte, es gebe keine Tsunami-Gefahr im Pazifik, doch könnten große Wellen Hawaii erreichen. Das Beben ereignete sich um 7.07 Uhr Ortszeit rund 16 Kilometer nordwestlich der Stadt Kailua Kona an der Westküste. Viele Menschen wurden im Schlaf von den Erdstößen überrascht. Die US-Geologen, die die Stärke mit 6,6 angaben, maßen mehrere starke Nachbeben. Das Pazifische Tsunami-Zentrum gab die Stärke des Bebens mit 6,5 an.

Ein Urlauber berichtete CNN von seiner Panik vor einem Tsunami. Noch vor dem Beben habe er beobachtet, dass die Fische immer wieder aus dem Wasser sprangen. Dann habe die Erde gebebt, und er sei nervös geworden. "Jeder rannte los, wir dachten alle an einen Tsunami." Ein schweres Seebeben im Indischen Ozean hatte Weihnachten 2004 eine gigantische Flutwelle ausgelöst, der rund 220. 000 Menschen zum Opfer fielen. Nach Angaben der Behörden bestand auf Hawaii keine Tsunami-Gefahr.

Gerard Fryer vom Tsunami-Zentrum sprach von einigen Schäden in Kailua Kona und einem Erdrutsch an einer Fernstraße. Ein Krankenhaus in Kona wurde nach Angaben einer Sprecherin wegen eingestürzter Decken evakuiert. Betsy Garties, eine Einwohnerin von North Kohala, berichtete, die Erdstöße seien so stark gewesen, dass sie bei der Flucht aus ihrem schwankenden Haus fast das Gleichgewichtgewicht verloren hätte.

Ein Sprecher des Zivilschutzes teilte mit, auf allen Inseln sei der Strom zumindest teilweise ausgefallen. Auf der Hauptinsel Oahu hätten 95 Prozent der Haushalte keine Elektrizität. Im Lauf des Sonntags wurde die Stromversorgung nach Angaben der Nationalgarde teilweise wieder hergestellt. Die Behörden erklärten, auch starker Regen habe in einigen Fällen zu Stromausfällen geführt. In Waikiki bildeten sich vor Supermärkten Warteschlangen, weil sich Touristen mit Wasser und anderen Vorräten eindecken wollten.

Auf den Flughäfen lief der Betrieb eingeschränkt weiter. Ankommende Flugzeuge durften landen, Starts wurden indes abgesagt, da wegen des Stromausfalls die Sicherheitskontrollen nicht gewährleistet werden konnten. Vor Anker liegende Kreuzfahrtschiffe wurden aufgefordert, die Touristen an Bord zu behalten, Schiffe mit Ziel Hawaii wurden angewiesen, ohne Stopp auf den Inseln zum nächsten Hafen auf ihrer Route weiterzufahren.

Das letzte Erdbeben vergleichbarer Stärke ereignete sich auf Hawaii 1983. Erdstöße der Stärke 3 oder 4 kommen in der Region dagegen häufig vor, sie sind auf vulkanische Aktivität zurückzuführen. Das bislang stärkste Beben wurde auf den Inseln 1868 registriert. Seine Stärke wurde auf 7,9 geschätzt, 77 Menschen kamen damals ums Leben.

Quelle: ap

 
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