Schneechaos: Notstand in Ostrumänien ausgerufen
zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 - 18:05Bukarest (RPO). In mehreren osteuropäischen Staaten sind weiterhin Regionen wegen meterhohen Schnees von der Außenwelt abgeschnitten. Im Osten Rumäniens wurde der Notstand ausgerufen.
Militärmaschinen warfen Lebensmittel für 6.000 Menschen ab, die seit Tagen nicht erreicht werden konnten. Teilweise lagen dort vier Meter Schnee. Im ganzen Land versuchten 8.000 Soldaten, die Straßen wieder freizubekommen.
In Montenegro begannen Helfer mit der Bergung von rund 50 Bahnreisenden, die nach dem Abgang einer Lawine drei Tage lang in einem Tunnel eingeschlossen waren. Nach Militärangaben wurden zunächst ein kleines Mädchen und zwei ältere Menschen aus dem Zug geborgen und mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Montenegro hat seine Nachbarländer um die Bereitstellung größerer Helikopter gebeten, um pro Flug mehr Opfer ausfliegen zu können.
Zwei Stadiondächer eingebrochen
Nachdem am Sonntag in Sarajevo das Dach des Eisstadions der olympischen Spiele von 1984 unter der Schneelast eingestürzt war, brach am Montag in der bosnischen Hauptstadt das Dach des Grbavica-Stadions teilweise ein. Verletzt wurde niemand.
Temperaturen von minus 22 Grad Celsius erschwerten die Beseitigung der Schneemassen.
In Serbien blieben Schulen und viele Betriebe geschlossen, in erster Linie, um Strom zu sparen. Am westserbischen Stausee Perucac wurden ein Ehepaar und ihr Kind von einer Lawine erfasst. Sie gelten noch als vermisst. Die serbischen Katastrophenschützer planen den Einsatz von Hubschraubern, um die im Eis eingeschlossenen Besatzungen von Binnenschiffen auf der zugefrorenen Donau zu evakuieren. Auch die Bewohner der Donauinsel vor Pancevo in der Nähe von Belgrad sollen aus der Luft versorgt werden.
DLRG warnt vor dem Betreten des Eises
An der deutschen Ostseeküste entspannte sich die Lage dagegen wieder. Mit den milderen Temperaturen werde an der vorpommerschen Boddenküste in den nächsten Tagen die Neueisbildung stagnieren, teilte der Eisdienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. Allerdings sei mit einer sogenannten Eisdrift in östliche Richtung und Aufschiebungen an den windzugewandten Küsten zu rechnen.
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnte angesichts der milderen Temperaturen vor dem Betreten zugefrorener Gewässer.
Selbst wenn Flüsse oder Seen in den vergangenen Tagen von den Behörden freigegeben worden seien, bestünde immer ein Restrisiko, sagte DLRG-Sprecher Martin Janssen auf dapd-Anfrage. "Schon wenn die Temperaturen leicht über den Gefrierpunkt steigen, sollten die Eisflächen nicht mehr betreten werden", sagte Janssen.
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