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China: Nun auch Schokolade von Milchskandal betroffen

zuletzt aktualisiert: 29.09.2008 - 16:09

Peking (RPO). Der Skandal um verseuchte Milch in China hat sich jetzt auch auf Schokolade ausgeweitet. Der britische Süßwarenhersteller Cadbury rief seine in China hergestellten Erzeugnisse aus den Regalen in Hongkong, Taiwan und Australien zurück. Tests im Cadbury-Werk in Peking hätten Zweifel an der Unbedenklichkeit der dort hergestellten Schokolade ergeben, erklärte Cadbury Asia Pacific.

Vorsichtshalber seien deshalb sämtliche im Pekinger Werk hergestellte Schokoladenprodukte vom Markt genommen worden. Betroffen seien insgesamt elf Schokoladensorten.

Die giftige Industriechemikalie Melamin war in jüngster Zeit in verschiedenen chinesischen Milchprodukten entdeckt worden. Die Substanz wurde Milchpulver beigemischt, um einen höheren Protein-Gehalt vorzutäuschen. In China starben amtlichen Angaben zufolge bislang vier Säuglinge durch Melamin-verseuchtes Milchpulver, 53.000 weitere wurden durch das Pulver krank. Erstmals waren am Wochenende Krankheitsfälle in Taiwan bestätigt worden. Drei Kleinkinder und eine Frau litten nach dem Trinken verseuchter chinesischer Milchprodukte an Nierensteinen, teilte die Universitätsklinik in Taipeh mit. Alle Vier seien regelmäßig in China gewesen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO haben zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Melamin aufgerufen und gefordert, belastete Nahrungsmittel sofort aus dem Handel zu nehmen. Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche ein Import-Verbot für alle Kinder-Nahrungsmittel aus China verkündet, die Milchprodukte enthalten.

22 Verdächtige festgenommen

IUnterdessen hat die chinesische Polizei Molkereien, Höfe und Großhandelsbetriebe in der Provinz Hebei durchsucht und 22 Verdächtige festgenommen. 22 Kilogramm Melamin wurden beschlagnahmt.

Die Polizei fand nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua heraus, dass das Melamin in unterirdischen Anlagen produziert und von dort weiterverkauft wurde. Die Chemikalie steht im Mittelpunkt des jüngsten chinesischen Lebensmittelskandals. Es wurde Milch und Milchpulver beigemischt, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Rund 54.000 Kinder erkrankten in Folge der Verunreinigung ihrer Nahrung, mindestens vier starben. Bereits zuvor hatten die Behörden im Zusammenhang mit dem Skandal 18 Menschen festgenommen.

Quelle: afp

 
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