Leichen nach Schießerei in Mexiko entdeckt: Offenbar Migranten von Drogenkartell getötet
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 21:43Mexiko-Stadt (RPO). Im Norden Mexikos sind offenbar 72 Migranten vom Zeta-Drogenkartell ermordet worden. Ihre Leichen wurden am Mittwoch von Soldaten auf dem Gelände einer Hacienda entdeckt, wie die Streitkräfte mitteilten.
Ein Verletzter, dem die Flucht gelungen war, hatte die Truppen auf die Opfer aufmerksam gemacht. Sie stammten nach Regierungsangaben vermutlich aus Brasilien, Ecuador, El Salvador und Honduras.
Der Überlebende berichtete nach Angaben eines Militärsprechers, er und die übrigen Migranten seien von Bewaffneten verschleppt und zu der Hacienda in San Fernando nahe der Grenze zu den USA gebracht worden. Die Kidnapper hätten sich als Mitglieder der Zeta-Bande bezeichnet. Bei den Getöteten handelt es sich um 58 Männer und 14 Frauen. Sie wurden nach einer Schießerei zwischen Marineinfanteristen und Bewaffneten gefunden. Bei dem Gefecht kamen nach Militärangaben ein Soldat und drei Verdächtige ums Leben.
Der Leichenfund dürfte der bislang größte seit Beginn der Offensive von Präsident Felipe Calderón gegen die Drogenkriminalität im Jahr 2006 sein. Landesweit hat die Drogengewalt seitdem mehr als 28.000 Menschen das Leben gekostet.
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