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Polizist in Paris bei Angriff getötet
Polizei sperrt Champs-Elysées nach tödlichen Schüssen

Schüsse in Paris: Szenen aus der Nacht
Paris. Drei Tage vor der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl ist auf der Pariser Avenue des Champs-Élysées ein Polizist erschossen worden. Zwei weitere Beamte wurden verletzt. Ein Angreifer wurde erschossen. Behörden gehen von einem Terror-Anschlag aus.

Nach Darstellung eines Sprechers des französischen Innenministeriums habe gegen 21 Uhr ein Auto neben einem Polizeifahrzeug gestoppt, ein Mann sei ausgestiegen und habe aus einem Schnellfeuergewehr das Feuer eröffnet. Danach sei der Mann zu Fuß geflohen und dabei von Polizeibeamten erschossen worden. Augenzeugen hatten den Vorfall geschildert.

Sprecher dementiert Bericht über zweiten Toten

Das französische Innenministerium dementierte die zuvor aus Polizeikreisen durchgesickerte Nachricht, wonach ein zweiter Polizeibeamter verstorben sei. Die vorläufige Bilanz des Anschlags: ein getöteter Beamter und zwei verletzte Kollegen sowie der erschossene Angreifer. Bei den getöteten Beamten handelt es sich um einen Angehörigen der Verkehrspolizei.

Tödlicher Angriff auf Polizisten in Paris FOTO: rtr, JS/MAL/

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen. Der erschossene Täter war den Behörden offenbar als Gefährder bekannt und in einer nationalen Datei gespeichert. Nach Informationen des Radiosenders France Info führte die Polizei noch am Abend eine Durchsuchung der Wohnung des erschossenen Attentäters im 18. Pariser Arrondissement durch.

Höchste Alarmbereitschaft

Die Champs-Élysées in Paris am Donnerstagabend: Polizisten sperren die Prachtstraße nach Schüssen ab. FOTO: rtr, JS

Der französische Premierminister Bernard Cazeneuve traf mit Präsident François Hollande zu einem Krisentreffen zusammen. Unterdessen ging der Polizeieinsatz auf der Suche nach dem mutmaßlichen zweiten Täter weiter. Am Abend kam dann aber vorsichtige Entwarnung: Offenbar handelte der Täter allein.

Die französischen Behörden sind in höchster Alarmbereitschaft, weil am Sonntag die erste Runde der Präsidentenwahl stattfindet. Sie soll von Zehntausenden Polizisten und Soldaten gesichert werden.

Die Präsidentschaftskandidaten hatten am Donnerstagabend ihren letzten wichtigen Fernsehauftritt vor der Wahl. Die zweite Runde findet am 7. Mai statt. Frankreich ist in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ziel islamistisch motivierter Anschläge geworden. Nach wie vor gilt der Ausnahmezustand.

(bee/csi/felt/dpa/afp/rtr)
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