Riesiger Algenteppich vor der chinesischen Küste: Olympischen Spielen droht Fiasko
zuletzt aktualisiert: 05.07.2008 - 15:16Qingdao (RPO). In rund einem Monat sollen bei den Olympischen Spielen vor der ostchinesischen Küste Segelteams aus aller Welt starten. Doch noch verstopft ein klebriger Algenteppich ein Drittel der Meeresfläche. Die Sorgen für die Olympia-Gastgeber nehmen kein Ende.
An Segeln ist an der Küste von Qingdao derzeit kaum zu denken. Die Mannschaften aus 30 Ländern sind in ihrem Training bereits deutlich eingeschränkt. Ein Fiasko droht, wenn die 10.000 Helfer den grünen Teppich nicht rechtzeitig beiseite schaffen können. 1.200 Fischer- und sonstige Boote wurden für den Einsatz verpflichtet, auch die Streitkräfte packen mit an. In knapp zwei Wochen sollen hunderte Tonnen Algen verschwunden sein.
Woher die der grüne Teppich plötzlich kommt, wissen die chinesischen Organisatoren nicht. Sie machen zu warmes Wasser, Südwinde und eine "exotische" Algenart dafür verantwortlich. Man könne die Algen auch essen, Japaner und Koreaner täten dies, heißt es. "An sich sind sie nicht schädlich. Sie absorbieren Kohlendioxid und reinigen das Wasser", erklärte jüngst ein Experte für Meeresalgen, Fei Xiugang, auf einer Pressekonferenz.
Wasserverschmutzung
Meeresbiologe Wang Liqing erklärt, dass die plötzliche Algenblüte an der hoch industrialisierten chinesischen Ostküste durch starke Wasserverschmutzung entstanden sein könnte. Durch Verunreinigungen bilden sich die Nährstoffe der Algen heraus, sagt der Professor der Ozean Universität in Shanghai.
Qingdao galt im weltweiten Vergleich nie als idealer Austragungsort für die Segelwettbewerbe: Der Wind ist nicht so stark, die Strömung dafür zu stark und oftmals hüllt Nebel die Küste ein, dann müssen die Segler an Land bleiben. Und jetzt noch die Algenplage, deren erste Anzeichen bereits im Mai auftauchten und die sich jetzt über Kilometer erstreckt.
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