| 06.16 Uhr

Neues Erdbeben im Nordwesten
Opferzahlen nach Beben im chinesischen Sichuan steigen

Rettungsarbeiten laufen: Unter den Todesopfern sind auch Touristen
Rettungsarbeiten laufen: Unter den Todesopfern sind auch Touristen FOTO: afp, GB
Peking. Bei einem Erdbeben in der Nähe eines Nationalparks in Sichuan im Südwesten Chinas sind mindestens 19 Menschen gestorben, knapp 250 weitere wurden verletzt. Zehn Stunden später erschütterte ein Beben den Nordwesten des Landes.

Während die Zahl der Toten in der südwestchinesischen Provinz Sichuan am Vorabend auf neun stieg, schreckte das zweite Beben am frühen Morgen die Menschen in der 2.200 Kilometer entfernten Region Xinjiang an der Grenze zu Kasachstan auf. Die Stärke der neuen Erdstöße bezifferte das chinesische Erdbebenzentrum auf 6,6.

Betroffen war der Kreis Jinghe in der autonomen mongolischen Präfektur Bortala, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die neuen Erdstöße waren sogar in der 400 Kilometer westlich gelegenen Hauptstadt der Region, Ürümqi, zu spüren. Die Region ist nur von wenigen Menschen bewohnt, Berichte über Verletzte und Schäden gab es zunächst nicht.

Touristen unter Opfern

Mit dem Tageslicht begannen am Mittwochmorgen Ortszeit in Sichuan die Bergungs- und Aufräumarbeiten nach dem ersten Beben nahe des Touristenparks Jiuzhaigou. Die Zahl der Verletzten stieg auf 164. Mindestens fünf der neun bestätigten Toten waren Besucher der beliebten Touristenattraktion. Das erste Beben nach Angaben chinesischer Behörden hatte die Stärke 7,0 erreicht.

Bergungstrupps in Sichuan suchten in Trümmern nach Verschütteten oder trugen Verletzte in Sicherheit, wie auf Bildern in sozialen Medien zu sehen war. Eine Luftaufnahme, die das Parteiorgan "Volkszeitung" veröffentlichte, zeigte allerdings, dass die Häuser in der Kreisstadt Jiuzhaigou am Mittwochmorgen "im Wesentlichen intakt" waren. Auch fuhren Autos durch die Straßen.

Beide Beben hatten nach Angaben der US-Erdbebenwarte relativ hohe Stärken - jenes in der südwestlichen Provinz Sichuan hatte demnach einen Wert von 6,5 in einer Tiefe von neun Kilometern. Das chinesische Erdbebenzentrum sprach von einer Stärke von 7,0 und einer Tiefe von 20 Kilometern. Die Erschütterung in Xinjiang lag laut USGS bei einer Stärke von 6,3; nach chinesischen Angaben war es ein Wert von 6,6. Nachbeben wurden ebenfalls verzeichnet.

(dpa/ap/afp/sbl/beaw/wer)
 
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