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Noor Salman
Witwe von Orlando-Attentäter unter Verdacht

Orlando-Massaker: Witwe des Attentäters droht Anklage
Mit seiner Frau hatte der Attentäter ein gemeinsames Kind. FOTO: ap
Orlando. Nach dem Massaker von Orlando rückt Insidern zufolge die Witwe des Attentäters in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Noor Salman könnte angeklagt werden, weil sie von den Anschlagsplänen ihres Mannes gewusst habe, sagte ein Vertreter der US-Strafverfolgungsbehörden am Mittwoch.

Noch im Laufe des Tages könne Klage gegen sie erhoben werden. Berichten der Fernsehsender CNN und NBC zufolge soll sie den Attentäter Omar Mateen begleitet haben, als er mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet habe - darunter die Schwulenbar, wo der 29-Jährige am frühen Sonntagmorgen 49 Menschen tötete und später von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Der Sender Fox News berichtete unter Berufung auf eine FBI-Quelle, Salman drohe Anklage wegen Mittäterschaft an 49 Morden und 53 versuchten Morden. Außerdem könne sie wegen Nichtanzeige einer geplanten Straftat belangt werden. Laut NBC hat Salman Ermittlern gegenüber erklärt, sie habe versucht, ihren Mann von dem Attentat abzuhalten. Zugleich habe sie aber eingeräumt, ihn im Vorfeld einmal zu dem Nachtclub gefahren zu haben.

Salman soll Mateen in Disney-Park begleitet haben

NBC und CNN zufolge war sie auch dabei, als Mateen auf der Suche nach Attentatszielen den Disney-Freizeitpark und ein Einkaufszentrum ausgespäht habe. Ermittlerkreisen zufolge beraten derzeit Geschworene darüber, ob die Beweislage für eine Anklage gegen Salman ausreicht.

US-Senator Angus King, Mitglied des Geheimdienstausschusses des Senats, sagte CNN, Mateens Witwe scheine kooperationsbereit zu sein und könne offenbar wichtige Informationen liefern. Salman war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Das Massaker gilt als der schwerste Angriff innerhalb der USA seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Berichte über die Rolle der Täter-Witwe wecken zudem Erinnerungen an den Angriff von San Bernardino in Kalifornien, wo ein mit der Extremistenmiliz Islamischen Staat (IS) sympathisierendes Ehepaar im Dezember 14 Menschen getötet hatte.

IS stellte sich hinter die Tat

Der Attentäter von Orlando gelobte nach Polizeiangaben noch während des dreistündigen Massakers in mehreren Anrufen bei der Polizei und bei Medien dem IS Gefolgschaft. Den Ermittlern zufolge gibt es jedoch bislang keine Beweise dafür, dass der Mann mit afghanischen Wurzeln von Gruppen wie dem IS Instruktionen erhalten habe.

Allerdings hatte sich die Extremistenmiliz anschließend hinter seine Tat gestellt. Dennoch gehen die Behörden eher davon aus, dass sich der 29-Jährige selbst radikalisiert hat. Die Ermittler gehen Insidern zufolge auch Berichten nach, wonach Mateen selbst homosexuell gewesen sein soll und aus Selbsthass gehandelt haben könnte.

(tak/reu)
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