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Blizzard
Osten Amerikas erwartet schweren Schneesturm

Osten Amerikas erwartet schweren Schneesturm
FOTO: afp, JS/dec
Washington. Amerika bereitet sich auf massive Schneeverwehungen vor. Selbst Obama bekommt die Vorboten zu spüren.

Der Nordosten der USA erwartet heute einen heftigen Schneesturm. Bis einschließlich Sonntag sei mit massivem Wind und bis zu 60 Zentimetern schwerem, nassen Neuschnee zu rechnen, teilte der Nationale Wetterdienst mit.

Er warnte vor Stromausfällen, blockierten Straßen und Flugabsagen. Betroffen sein könnte ein Gebiet von Massachusetts bis Tennessee, besonders hart könnte es die Hauptstadt Washington treffen. Die Vorboten des Blizzards sorgten bereits für vier Todesfälle.

Am Donnerstag fiel in der Region um die US-Hauptstadt zunächst wenig Schnee. Doch der genügte, um zahlreiche Straßen wie anderswo zu vereisen. Zwei Autofahrer starben im US-Staat North Carolina, einer in Tennessee. Ein Schneepflug tötete in Maryland einen Fußgänger.

Es gab Hunderte Unfälle. Andere Fahrer saßen stundenlang in ihren Fahrzeugen fest. Viele Schulen öffneten verspätet oder gar nicht. College-Basketballspiele wurden in der vermuteten Schneise des Sturms ebenso abgesagt wie Konzerte und andere Veranstaltungen.

Behördenangestellte warteten auf die Nachricht, ob sie am Freitag zu Hause bleiben sollten oder nicht. Große Fluggesellschaften sagten bereits Flüge für das Wochenende ab und baten die Passagiere, ihre Reisen umzubuchen.

In den Staaten North Carolina, Virginia, Maryland und Pennsylvania wurde der Ausnahmezustand erklärt. Das Parlament von Kentucky sagte eine Freitagssitzung ab, während dort mehr als 35 Zentimeter Schnee vorhergesagt wurden. Bis zu 60 Zentimeter Schneefall wurden für die Gebiete westlich und südwestlich von Washington vorausgesagt. Die Hauptstadt selbst erwarteten 51, Philadelphia zwölf bis 18 und New York City bis zu 25 Zentimeter, wie der Meteorologe Patrick Burke sagte. Auf Boston, das letztes Jahr immens von Schneestürmen heimgesucht wurde, kommen diesmal wahrscheinlich nur ein paar wenige Zentimeter zu.

Zu dem heftigen Schnee gesellten sich starke Winde, was zu starken Schneeverwehungen führen könnte, sagte der Meteorologe des Nationalen Wetterdienstes, Dan Hofmann. Es sei so gut wie unmöglich, bei diesen Wetterbedingungen irgendetwas zu sehen, sagte er. Die stärksten Winde und potenziell lebensbedrohliche Blizzards werden von Freitagabend bis Samstagabend (Ortszeit) erwartet.

Auch US-Präsident Barack Obama war von den Vorboten des Schneesturms betroffen: Der Hubschrauber, den er üblicherweise vom Luftwaffenstützpunkt Andrews zum Weißen Haus nimmt, musste am Boden bleiben. Obama stieg aufs Auto um - die Eskorte benötigte für die gerade einmal 24 Kilometer lange Strecke satte 74 Minuten.

(ap)
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