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Ostukraine
Zwei Soldaten trotz Waffenruhe getötet

Fotos: Bilder von Soldaten und Zerstörung
Fotos: Bilder von Soldaten und Zerstörung FOTO: afp, MR/RT
Kiew. Trotz der offiziell geltenden Waffenruhe in der Ostukraine sind nach Angaben aus Kiew erneut zwei ukrainische Soldaten getötet worden. Binnen 24 Stunden seien zwei Soldaten getötet und zehn weitere verletzt worden, sagte Militärsprecher Andrej Lyssenko am Freitag.

Staatschef Petro Poroschenko und separatistische Medien gaben später den Austausch von Gefangenen bekannt.

Poroschenkos Antrittsbesuch bei Merkel und Gauck FOTO: ap

Nach einer Kampfpause am Donnerstag flammten die Kämpfe am Freitag erneut auf. Lyssenko warf den prorussischen Separatisten vor, "erneut schwere Waffen" einzusetzen und "Gruppen von Saboteuren" in die von Kiew kontrollierten Gebiete zu schicken.

Poroschenko sprach nach einem Treffen mit Vertretern des Innenministeriums von einer deutlichen Erhöhung der "terroristischen Bedrohung" und des "Risikos subversiver Aktionen". Näheres sagte er dazu nicht. Poroschenko beklagte zugleich einen Anstieg der Kriminalität im gesamten Land seit dem Beginn des Konflikts in der Ostukraine. Der Staatschef nannte insbesondere den Waffenschmuggel aus dem Krisengebiet.

Fotos: Soldaten entkommen Debalzewe FOTO: afp, ss/tlr

Poroschenko und von den prorussischen Separatisten betriebene Medien gaben später bekannt, dass es einen Gefangenenaustausch gegeben habe. Die Rebellen in Lugansk hätten zehn ukrainische Soldaten freigelassen, bestätigte Poroschenko. Kiew habe dieselbe Zahl an Separatistenkämpfern übergeben. Eine Sprecherin des Rebellengebiets um Donezk wies zugleich Berichte zurück, wonach ein ähnlicher Austausch auch in dieser Region vorbereitet werde.

Seit April 2014 kämpfen prorussische Separatisten im Osten der Ukraine gegen die Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Freiwilligenbataillone. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen mit Soldaten und Waffen zu unterstützen, was Moskau bestreitet. Bisher wurden im Ukraine-Konflikt mehr als 6500 Menschen getötet.

Menschenrechte 2014: Die größten Konfliktherde FOTO: afp, KLC/RBZ/ljm

Seit dem 15. Februar gilt eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder von beiden Seiten gebrochen wird. Laut einem Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Donnerstagabend gibt es eine deutliche Zunahme der Kämpfe rund um den Flughafen von Donezk, der im Januar von den Rebellen eingenommen wurde.

In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande mit Poroschenko waren sich nach Angaben der Bundesregierung am Freitag alle Gesprächspartner einig, dass verstärkte Anstrengungen zur vollen Umsetzung des Waffenstillstands und des Rückzugs schwerer Waffen notwendig seien. Merkel und Hollande würdigten zugleich eine von Poroschenko angestoßene Verfassungsreform mit dem Ziel einer Dezentralisierung der Ukraine.

(AFP)
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