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Nach Haft in Nordkorea
US-Student Otto Warmbier in USA eingetroffen

Otto Warmbier - US-Student nach Haft in Nordkorea in den USA eingetroffen
Dieses Foto soll die Ankunft Otto Warmbiers in den USA zeigen. FOTO: dpa, JM hjb
Seoul. Der Student Otto Warmbier war mehr als ein Jahr lang Gefangener in einem nordkoreanischen Straflager. Seinen Eltern zufolge liegt er im Koma. Nun ist der 22-Jährige per Flugzeug zurück in die USA gebracht worden.

Nordkorea hat einen inhaftierten Studenten aus den USA freigelassen. Der 22-jährige Otto Warmbier traf am Dienstagabend im US-Staat Ohio ein. Warmbier war mit einem Krankenrücktransport nach Hause gebracht worden, da er laut seiner Eltern seit vergangenem Jahr im Koma liegt. Nach der Landung in Cincinnati wurde er in ein Krankenhaus gebracht. US-Präsident Donald Trump hatte sich nach Angaben des Weißen Hauses besonders für die Freilassung Warmbiers eingesetzt.

Der Student war vergangenes Jahr in einem nur einstündigen Prozess zu 15 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Er hatte im März 2016 unter Tränen eingeräumt, dass er in Nordkorea ein Propaganda-Banner als Trophäe für eine Bekannte in der Heimat stehlen wollte. Die nordkoreanische Justiz stufte das als staatsfeindliches Handeln ein. Nur wenig später fiel er seinen Eltern zufolge ins Koma - dies hätten sie jedoch erst vor rund einer Wochen erfahren.

Video: US-Student bricht in Tränen aus

Nordkorea bestätigt Warmbiers Freilassung

Ein Vertreter des nordkoreanischen Außenministeriums bestätigte Warmbiers Freilassung. Seine Heimreise fiel mit dem Besuch des ehemaligen US-Basketballstars Dennis Rodman im international isolierten Nordkorea zusammen. Der Besuch habe aber nichts mit der Freilassung zu tun, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert.

Warmbiers Freilassung habe eine sehr hohe Priorität für Präsident Trump gehabt, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders. Trump habe dabei "sehr hart und sehr eng" mit US-Außenminister Rex Tillerson zusammengearbeitet. Trumps Gedanken und Gebete seien nun bei der Familie des Studenten.

Vermittlungstreffen in Norwegen

Ein US-Sondergesandter in Nordkorea hatte sich nach Angaben des Außenministeriums mit Mitarbeitern des nordkoreanischen Ministeriums im vergangenen Monat in Norwegen getroffen. Dabei habe Nordkorea zudem Besuche bei vier in dem Land festgesetzten Amerikanern erlaubt, so Nauert. Eine Genehmigung von Besuchen ist selten, da die USA und Nordkorea keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

Rodman sagte vor seiner Ankunft in Pjöngjang, dass in Nordkorea festgehaltene Amerikaner nicht der Grund seiner Reise seien. Er erklärte, er wolle dort "eine Tür öffnen". Es ist Rodmans fünfter Besuch in Pjöngjang seit 2013, aber erst der erste seit dem Amtsantritt von Präsident Trump. Er glaube, dass dieser froh über seine Reise sein werde, sagte Rodman, der einst in Trumps Reality-TV-Show "Celebrity Apprentice" auftrat.

(ap)
 
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