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Elf Jahre lang Behinderten-Job besetzt
Falscher Blinder sackt 300.000 Euro ein

Rom. Fehlendes Durchhaltevermögen kann man zumindest nicht attestieren: Als falscher Blinder hat ein 56-Jähriger in Palermo elf Jahre lang von einem Behinderten-Arbeitsplatz profitiert und mehr als 300.000 Euro ergaunert.

Wie die Finanzpolizei am Dienstag in Rom mitteilte, hatte der Mann 2005 mit einem Attest, das ihm einen 100-prozentigen Verlust der Sehkraft bescheinigte, eine Stelle als Telefonist bei einer Behörde der Regionalregierung Sizilien erhalten. Zusätzlich bezog er eine Blinden-Beihilfe von 512 Euro monatlich.

Nach einem Tipp über ein Bürgertelefon nahm die Polizei Ermittlungen auf. Dabei beobachteten die Beamten den Mann, wie er mit dem Bus zur Arbeit fuhr, ohne fremde Hilfe seine Mittagspause in einer Kaffeebar absolvierte und Treppen im Laufschritt nahm. Dem falschen Blinden droht nun ein Verfahren wegen Betrugs und unrechtmäßiger Bezüge von über 300.000 Euro. Die Polizei arbeite unterdessen mit der Gesundheitsbehörde daran, ähnliche Fälle aufzudecken, hieß es.

(felt/KNA)
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