| 12.27 Uhr

San-Fermin-Festival
Stier spießt Mann bei Rennen in Pamplona auf

Verletzte bei umstrittener Stierhatz in Pamplona
Verletzte bei umstrittener Stierhatz in Pamplona FOTO: afp
Pamplona. Beim der umstrittenen Stierhatz durch die spanische Stadt Pamplona hat es am Samstag ein Unglück gegeben: Ein Stier hat einen Mann auf die Hörner genommen und schwer verletzt. Bei einem anderen Stierrennen in Spanien wurde ein Mann getötet. 

Der Stier habe am Samstag mitten im Lauf kehrtgemacht und einen der etwa 1000 Menschen angegriffen, die mit der Herde zur Stierkampfarena rannten, teilte ein Krankenhaus der Region mit.

Das Tier habe ein Horn in den Brustkorb des Mannes gerammt und ihn in die Luft gehoben. Der Verletzte sei jedoch in stabiler Verfassung. Sieben weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen durch Stürze und Prellungen.

29-Jähriger stirbt in Pedreguer

Bei einem Stierrennen im Süden Spaniens ist ein 29-Jähriger tödlich verletzt worden. Eine Kuh habe dem Mann während der nächtlichen Hatz in Pedreguer bei Alicante ihre Hörnern in Brust und Magen gestoßen und ihn aufgespießt, teilte das Rote Kreuz am Samstag mit.

Ein Krankenhaus habe nur noch den Tod des Mannes feststellen können. Die Stadt sagte alle weiteren für Samstag geplanten Veranstaltungen mit Stieren ab. Bereits vor einem Jahr war in Pedreguer ein Mann beim Stierlauf getötet worden.

14 Verletzte in Pamplona am Freitag

Mehrere Teilnehmer der Stierhatz in Pamplona wurden am Freitag von den Tieren mit den Hörnern in die Luft geschleudert. Insgesamt seien am Freitag 14 Menschen verletzt worden, teilten die Behörden der nordspanischen Stadt mit. Unter ihnen seien acht Ausländer aus den USA, Portugal, Großbritannien und Südafrika.

Zwei Männer wurden den Angaben zufolge schwer verletzt, bei ihnen handelt es sich um einen 58-jährigen Einwohner der Stadt sowie einen 73-jährigen Südafrikaner. Beide wurden von den Stieren mit den Hörnern erwischt.

15 Tote seit 1911

Die Stierhatz ist Teil des jährlichen San-Fermín-Festivals. Sie beginnt mit je sechs Stieren jeden Morgen um 8 Uhr und dauert nur wenige Minuten. Die Teilnehmer rennen dabei vor den Tieren etwa 800 Meter durch die engen Gassen der nordspanischen Stadt - es gilt bei vielen als besonders mutig, die Stiere möglichst nah herankommen zu lassen.

Das San-Fermín-Fest zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Vor allem junge Männer, die sich mit Sangria und Wein Mut antrinken, suchen in den Straßen Pamplonas den Nervenkitzel. Neben der Stierhatz finden auch zahlreiche Konzerte, Feste und religiöse Prozessionen statt.

Seit 1911 kamen bei dem Fest 15 Menschen ums Leben. Zuletzt erlitt ein 27-jähriger Spanier vor sieben Jahren tödliche Verletzungen, als ein Stier ihm die Hörner in Nacken, Herz und Lunge rammte. Das Festival ist unter anderem von Ernest Hemingway in seinem Roman "Fiesta" verewigt worden.

Tierschützen demonstrieren immer wieder gegen die Tradition. Im Rahmen des San-Fermin-Festivals finden auch Stierkämpfe in der Arena statt. 

(jco/AP/AFP)
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