Attacke an Heiligabend: Papst-Angreiferin muss in Klinik bleiben
zuletzt aktualisiert: 26.12.2009 - 21:19Vatikanstadt (RPO). Die junge Frau, die Papst Benedikt XVI. vor der Christmette im Petersdom zu Fall gebracht hatte, muss eine Woche lang in einer psychiatrischen Klinik bleiben. Die 25-Jährige hat von 2006 bis 2008 in der Schweiz bereits in einer betreuten Wohngruppe für psychisch Kranke gelebt.
Die Italo-Schweizerin Susanna Maiolo sei am Freitag von einem Krankenhaus in Rom in eine Anstalt nach Subiaco, 70 Kilometer östlich der Hauptstadt, gebracht worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Ihr Vater und ihre Schwester hätten dort mit den Ärzten gesprochen. Sie äußerten demnach die Befürchtung, dass sich der Gesundheitszustand der 25-Jährigen durch die Debatte um den Vorfall verschlechtern könne. Die Ärzte ordneten deshalb eine einwöchige Unterbringung in der geschlossenen Abteilung an.
Die offenbar geistig verwirrte Frau hatte am Donnerstagabend während der Einzugsprozession in den Petersdom eine Absperrung übersprungen und sich auf Papst Benedikt XVI. gestürzt. Als ein Sicherheitsbeamter eingriff und die junge Frau überwältigte, kam der Papst zu Fall, konnte sich mit Unterstützung jedoch rasch wieder aufrichten und die Messe wie geplant feiern.
Betreute Wohngruppe für psychisch Kranke
Die 25-Jährige hat vorübergehend in einer betreuten Wohngruppe für psychisch Kranke in Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau gewohnt. Maiolo lebte von Juli 2006 bis Juli 2008 in der Wohngruppe "Kanzler", wie deren Leiter Rolf Kessler am Samstag bestätigte. Danach sei sie in eine eigene Wohnung gezogen.
Ziel der Wohngruppe "Kanzler" ist den Angaben zufolge die soziale und berufliche Integration von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Krankheiten in das gesellschaftliche Leben. Die Wohngruppe hat 14 Plätze für Männer und Frauen zwischen 18 und 50 Jahren. Zum Angriff der 25-Jährigen auf den Papst erklärte Kessler, es gehöre zum Wesen einer psychischen Erkrankung, dass eine Krise eintreffen könne. Eine Grenzüberschreitung sei immer auch ein Hinweis auf eine Krisensituation.
Dem Vatikan zufolge wurde die Frau über Weihnachten in einer Klinik außerhalb Roms behandelt, wo sie weiterhin der Gerichtsbarkeit des Vatikans unterstand. Wie mit ihr weiter verfahren werden solle, werde sich in den kommenden Tagen entscheiden.
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