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Unterdrückte Glaubensgemeinschaft
Papst Franziskus bittet Waldenser um Verzeihung

Papst Franziskus bittet Waldenser um Verzeihung
Papst Franziskus warb dafür, dass Katholiken und Waldenser sich dort gemeinsam engagieren müssten, wo es um die Sorge für Arme und Ausgegrenzte gehe. FOTO: dpa, mau ase kno
Turin. Papst Franziskus hat die evangelische Kirche der Waldenser für historische Verfolgungen um Verzeihung gebeten. Die katholische Kirche habe "unchristliche Haltungen und Verhaltensweisen" gezeigt, sagte er am Montag beim Besuch der Waldenserkirche in Turin. "Im Namen des Herrn Jesus Christus, vergebt uns!"

Es war der erste Besuch eines Papstes in einem waldensischen Gotteshaus. Franziskus folgte damit einer Einladung der protestantischen Gemeinde. Die Unterschiedlichkeit anderer christlicher Glaubensgemeinschaften gelte es zu respektieren, betonte er.

Die Beziehungen zwischen Katholiken und Waldensern sind nach seinen Worten in den vergangenen Jahren immer enger geworden. Zwar gebe es weiter wichtige Unterschiede in anthropologischen und ethischen Fragen, dies dürfe aber nicht die Zusammenarbeit verhindern. Katholiken und Waldenser müssten sich gemeinsam engagieren wo es um die Sorge für Arme und Ausgegrenzte gehe.

Als Beispiele für die gelingende Kooperation nannte Franziskus eine interkonfessionelle Bibelübersetzung ins Italienische und einen gemeinsamen Appell gegen die Gewalt gegen Frauen.

Die im 12. Jahrhundert vom Lyoner Kaufmann Petrus Valdes (1140-1206) gegründete Glaubensgemeinschaft wurde über Jahrhunderte unterdrückt und ihre Mitglieder von der katholischen Kirche als Häretiker verfolgt. Nach eigenen Angaben zählt sie heute weltweit rund 100.000 Mitglieder, viele davon in Italien.

(KNA)
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