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Papst beginnt Südamerika-Tour
Franziskus deutet Besuch in Deutschland an

Papst Franziskus empfängt Angela Merkel
Papst Franziskus empfängt Angela Merkel FOTO: ap, DC AP
Quito. Papst Franziskus plant offenbar einen Deutschland-Besuch. Auf dem Flug nach Ecuador sagte er vor Journalisten, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihn eingeladen; das sei "eine sehr gute Sache".

Es solle eine europäische Friedensmission werden, so der Papst weiter. Ein konkretes Datum nannte er nicht, machte aber klar, dass es sich um eine aktuelle Reiseplanung handelt.

Zuletzt war wiederholt spekuliert worden, dass Franziskus nach Einladungen der Deutschen Bischofskonferenz, der Bundeskanzlerin und des Bundespräsidenten demnächst nach Deutschland reisen werde. Eine offizielle Bestätigung der Einladung durch Bundespräsident Joachim Gauck steht jedoch noch aus.

Derweil hat der argentinische Papst eine achttägige Südamerika-Tour begonnen. Staatschef Correa empfängt ihn mit Kritik an der sozialen Ungleichheit in der Region. Franziskus bekräftigt den Einsatz für die Schwächsten.

Auftakt der Südamerika-Reise in Ecuador

Papst Franziskus hat in Ecuador seine erste große Südamerika-Reise mit einem Aufruf zum Dialog begonnen. Der Argentinier traf am Sonntag nach einem 13-stündigen Flug in Quito ein. Staatschef Rafael Correa empfing den Papst auf dem Flughafen Mariscal Sucre. Der Wind wehte Franziskus noch an der Flugzeugtür das Scheitelkäppchen vom Kopf. Der Papst reagierte mit einem Lächeln.

Franziskus begann seinen Besuch mit einer Aufforderung zum Dialog. "In der Gegenwart können wir im Evangelium die Schlüssel finden, die es uns möglich machen, uns den aktuellen Herausforderungen zu stellen, indem wir die Unterschiede schätzen, den Dialog und die Beteiligung ohne Ausgrenzungen fördern", sagte der Papst.

Dabei sei besonders auf die Schwächsten und die am meisten verletzlichen Minderheiten zu achten. Dies sei eine Schuld, die ganz Lateinamerika noch trage, sagte Franziskus, in Anspielung auf Correas Anprangerung der Ungleichheiten in der Region. Ecuadors Präsident hatte die soziale Frage als das Grundproblem Lateinamerikas bezeichnet. Für die Armut in der Region seien "perverse politische, soziale und wirtschaftliche Systeme" verantwortlich, sagte Correa vor dem Papst.

Franziskus erwähnte den ecuadorianischen Vulkan Chimborazo als den nächsten Punkt der Erde zu Mond, Sonne und Sterne. Die Kirche werde allgemein mit dem Mond identifiziert, die Sonne mit Jesus. Wenn der Mond sich vor der Sonne verstecke, versinke er in Dunkelheit. Auch die Kirche verliere ihr Licht, wenn sie sich vor der Sonne verberge, warnte er.

Auf dem 45 Kilometer langen Weg vom Flughafen zur Nuntiatur wechselte der Papst von einem geschlossenen Wagen ins offene Papamobil, um die zahlreichen Menschen am Straßenrand beim Vorbeifahren besser grüßen zu können.

Am Montag ist als erster Höhepunkt der neunten Auslandsreise des 78-Jährigen eine Messe in der Pazifikmetropole Guayaquil vorgesehen. Zur Messe am Dienstag in Quito werden bis zu zwei Millionen Menschen erwartet. Der achttägige Besuch in drei Ländern soll Franziskus von Ecuador aus weiter nach Bolivien und Paraguay führen.

In Bolivien will er in Santa Cruz de la Sierra eine Messe halten und auch die Haftanstalt Palmasola besuchen, in der knapp 5000 Häftlinge leben. In Paraguay stehen zwei Messen und ein Jugendtreffen auf dem Programm. Seine Heimat Argentinien besucht der Papst voraussichtlich erst nächstes Jahr nach der Präsidentenwahl. Neben der Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner werden aber in Paraguay zum Papstbesuch mehrere Hunderttausend Argentinier erwartet. Am 13. Juli kehrt Franziskus nach Rom zurück.

(KNA)
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