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Bundeskanzlerin im Vatikan
Papst Franziskus empfängt Merkel zu Privataudienz

Angela Merkels vierte Privataudienz beim Papst
Angela Merkels vierte Privataudienz beim Papst FOTO: ap, FRR
Rom/Vatikanstadt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Es sei ein "sehr ermutigendes Gespräch" gewesen, sagte Merkel am Samstag nach der knapp 40-minütigen Unterredung vor Journalisten im Vatikan.

Franziskus habe sie darin bestärkt, sich nach dem Austritt der USA weiter für das Pariser Klimaschutzabkommen einzusetzen, so Merkel. Sie habe mit dem Papst über die Agenda der deutschen G20-Präsidentschaft gesprochen, die auf eine Welt ziele, in der man multilateral zusammenarbeite, und in der Mauern eingerissen und nicht errichtet würden. Zudem habe Franziskus sein Beileid zum Tod von Helmut Kohl bekundet und ihn als großen Staatsmann gewürdigt.

Der Papst empfing Merkel am Vormittag im Apostolischen Palast.
"Danke, dass ich wieder hier sein kann", so die ersten Worte Merkels.
Nach der offiziellen Begrüßung zogen sich beide um kurz nach 10 Uhr zum Gespräch in die päpstliche Privatbibliothek zurück.

Papst schenkt Merkel einen bronzenen Olivenzweig

Merkel schenkte dem Papst eine CD-Box mit Werken Beethovens, dirigiert von Wilhelm Furtwängler, sowie argentinische Süßigkeiten.
Franziskus schenkte dem deutschen Gast Ausgaben seiner Umweltenzyklika "Laudato si" sowie seiner Schreiben "Amoris laetitia" und "Lumen fidei". Außerdem überreichte Franziskus der Kanzlerin einen kleinen bronzenen Olivenzweig als Symbol für den Frieden.

Anschließend führt Merkel ein Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Am Mittag ist in Rom eine Begegnung mit den beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschaftern der G20-Staaten geplant.
Sie findet in der Residenz der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl statt.

Die Bundeskanzlerin war am Freitagnachmittag gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer nach Rom gereist. Den ursprünglich geplanten Besuch einer Sonderausstellung im Vatikan über die Menorah, den siebenarmigen jüdischen Leuchter, verschob Merkel kurzfristig, nachdem sie die Nachricht vom Tod von Altkanzler Helmut Kohl erhalten hatte. Nach den Gesprächen mit Franziskus und dem Kardinalstaatssekretär holte sie den Besuch der Ausstellung am Samstagmittag nach.

Zuletzt im Mai 2016 zusammengetroffen

Die deutsche Bundeskanzlerin wurde bereits zum vierten Mal vom Papst zu einer Privataudienz empfangen. Nur die einstige argentinische Präsidentin Cristina Kirchner kam noch öfter zum Papst. Zuletzt waren Merkel und Franziskus aus Anlass der Karlspreisverleihung im Mai 2016 im Vatikan zusammengetroffen.

Ferner gab es noch zwei kurze Begegnungen: bei der Amtseinführung von Franziskus im März 2013 sowie vor knapp drei Monaten beim EU-Jubiläumsgipfel in Rom.

(das/KNA)
 
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