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Papst wieder in Rom
Franziskus: "Koka habe ich nicht probiert, damit das klar ist"

Papst Franziskus: Koka habe ich nicht probiert
FOTO: ap
Asunción. Papst Franziskus hat nach dem Ende seiner Südamerika-Reise einige Dinge klargestellt: Koka hab er nicht probiert, sagte er auf dem Rückflug nach Rom.

"Mate hilft mir, aber Koka habe ich nicht probiert, damit das klar ist", antwortete das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Rückflug von Südamerika nach Rom auf die Frage, woher er seine Energie für so eine anstrengende Reise genommen habe.

Zu dem Kommunisten-Kreuz aus Hammer und Sichel, das ihm Boliviens Präsident Evo Morales geschenkt hatte, sagte Franziskus: "Für mich war das keine Beleidigung. Ich nehme es mit."

Fotos: Papst Franziskus zu Besuch in Südamerika FOTO: afp, ma

Zum Abschluss seiner Reise hatte der Papst am Sonntag mit etwa einer Million Gläubigen eine Messe nahe der Hauptstadt Asunción gefeiert, an der auch die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihr paraguayischer Kollege Horacio Cartes teilnahmen. Zuvor hatte der Papst ein Armenviertel besucht. Am Abend (Ortszeit) hob das päpstliche Flugzeug in Asunción ab, um den Pontifex zurück nach Rom zu bringen.

Am Flughafen wurde ihm eine Abschiedszeremonie bereitet. Dann stieg Franziskus in die Air-Italia-Maschine, mit der er am frühen Montagnachmittag (Ortszeit) in Rom landen sollte. Kurz vor dem Abflug war er noch mit Zehntausenden jungen Paraguayern am Ufer des Rio Paraguay zusammengekommen.

Dabei forderte er die Jungen auf, die Gesellschaft wachzurütteln, aber auch im Anschluss daran Verantwortung zu übernehmen. In Anlehnung an einen ähnlichen Mahnruf in Rio de Janeiro 2013 sagte er: "Die Unordnung, die junge Leute machen, die müssen wir dann selbst aufräumen."

Fotos: Papst Franziskus – Steckbrief und Bilder aus seinem Leben FOTO: afp, mlm

Am Morgen war der Papst in das Armenviertel Bañado Norte in Asunción gekommen, in dem rund 15.000 Familien unter prekärsten Umständen leben. Er habe Paraguay nicht verlassen können, ohne ihr Land zu besuchen, sagte Franziskus. Er nahm Bezug auf die Forderungen der Bewohner, die eine Übereignung ihres Wohnlandes von der Regierung fordern. Bisher besetzen sie es illegal und habe ihre Häuser aus Sperrholz und Wellblech errichtet.

Viele Anwohner schrien, versuchten den Papst zu berühren oder Fotos mit ihm zu schießen. "Nun kann ich in Frieden sterben", sagte die 82-jährige Francisca de Chamorra, die seit mehr als 60 Jahren in dem Slum lebt. "Es ist ein Wunder, dass der Papst an diesen schmutzigen Ort gekommen ist."

Auch auf den vorherigen Stationen seiner Reise durch Ecuador, Bolivien und Paraguay hatte sich der Papst vor allem mit den Armen und Benachteiligten seines Heimatkontinents getroffen. Er entschuldigte sich unter anderem bei Vertretern indigener Völker für die Verfehlungen der Kirche bei der Kolonisation, besuchte ein Gefängnis und sprach den Bewohnern von Slums Hoffnung zu.

Papst Franziskus empfängt Angela Merkel FOTO: ap, DC AP

Am Samstag hatte der Papst bereits im Wallfahrtsort Caapucé eine Messe mit Hunderttausenden Gläubigen abgehalten und in seiner Predigt den Mut und die Ausdauer der paraguayischen Frauen in der Geschichte des Landes herausgestrichen.

Als Gegengewicht zu seiner Entschuldigung an indigene Völker lobte Franziskus auch die Missionen der Jesuiten, die das Christentum, Bildung und wirtschaftliche Organisation nach Südamerika gebracht hätten. Der argentinische Jesuit pries die Einsätze seiner Glaubensbrüder als beinahe utopisches und wirtschaftliches Experiment. Deren im 17. und 18. Jahrhundert betriebene Niederlassungen in Paraguay seien "eine der wichtigsten Erfahrungen der Evangelisation und sozialen Organisation in der Geschichte" gewesen. Bekannt wurden sie unter anderem durch den Film "Die Mission" aus dem Jahr 1986.

(ap/dpa)
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